Einhundert Jahre gelebte Vergangenheit

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lielo99 Avatar

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Als die Autorin nach dem Tod ihrer Mutter die Tagebücher ihrer weiblichen Vorfahren fand und las, war sie gerührt. So nah war ihr die Vergangenheit und damit ihre eigene Lebensgeschichte noch nie. Die Aufzeichnungen begannen mit ihrer Urgroßmutter Margarethe und den Abschluss bildeten die Aufzeichnungen der Mutter. Sämtliche Exemplare stehen in einem alten Schrank aus Kirschholz. Den gab die Urgroßmutter vor vielen Jahren in Auftrag und er ziert heute ein Zimmer der Urenkelin.

Miriam Carbe nimmt ihre Leser an die Hand. Sie entführt sie in eine Vergangenheit, die von Kampf geprägt war. Dabei ging es auch um Emanzipation, Rassismus und einer permanenten Sorge um das Auskommen. Also eigentlich gar nicht deutlich anders als heute. Auch vor einhundert Jahren waren es vornehmlich Frauen, die stark sein und die Familie zusammenhalten mussten.
Unerwünschte Töchter ist ein sehr persönliches Buch, das mich fesselte. Auch wenn mir die Ausführungen dann doch stellenweise zu detailgenau waren.