Familiengeschichte

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senfblüte Avatar

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Das Hörbuch zum Roman "Unterwünschte Töchter" von Miriam Carbe hat mir sehr gut gefallen. Es springt ein bisschen zwischen den Zeiten, verbindet Romanhandlung und Tagebucheinträge der weiblichen Verwandten und macht damit Familiengeschichte erlebbar.
Während man in vielen Romanen immer das Gefühl bekommt, dass es in der NS-Zeit super viele Leute im Widerstand gegeben haben müsste, gerade wenn es um die eigene Familie geht, ist der Blick hier teilweise entlarvend ehrlich und stellt den tief verwurzelten Antisemitismus und Rassismus in der Familie dar. Auch der Klassendünkel der ersten hier dargestellten Generation wirkt sehr aufschlussreich. Margarethe, die spät und wirtschaftlich ungünstig heiratet, nachdem der erste Bewerber gar nicht in Betracht kam, weil er ein Jude war, macht sich Zeit ihres Lebens von Männern abhängig und bleibt dabei unter ihren Möglichkeiten und trotzdem immer in dem Glauben, etwas Besseres als "die kleinen Leute" zu sein. Auch der sich über die Zeit wandelnde Blick auf die Rolle der Frau wird hier dargestellt. Es entsteht ein wirklich spannendes Buch bei dem Geschichte lebendig wird und auch das Nachwirken für die nächste Generationen erfahrbarer erscheint.