Frauengeschichten

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
loreley Avatar

Von

Die Mutter, die Großmutter und die Urgroßmutter von Autorin Miriam Karbe haben Tagebücher in Form von bis zu 300 Notizbüchern hinterlassen, die diese zu einem biographischen Roman mir fiktionalen Anteilen verarbeitet hat. Alle Frauen waren teils uneheliche und unerwünschte Töchter, deren Geburt teilweise sogar verhindert werden sollte oder verheimlicht wurde.
Diese Frauen sind nicht nur begabte Schreiberinnen, sondern bieten auch ein Zeugnis verschiedener deutscher Epochen.Trotzdem diese Frauen gebildet sind, machen sie sich bis auf die dominante Urgroßmutter selbst klein und halten sich im Hintergrund. Miriam Karbe gibt den Frauen ihrer Familie nun eine Stimme, indem sie ihre schriftliche Hinterlassenschaft in Romanform publiziert. Gleichzeitig verarbeitet sie auch ihre skandalbehaftete und unerwünschte Herkunft als Kind eines nigerianischen Elternteils in den 60er-Jahren.
Der Roman ist flüssig zu lesen und hallt noch immer in mir nach. Ich finde, dass die Autorin hier sehr behutsam und respektvoll mit den Schwächen aber auch Stärken ihrer weiblichen Vorfahren umgegangen ist. Wer an biographischen Auseinandersetzungen interessiert ist, wird diese miteinander verwobenen Lebensgeschichten sehr mögen.