Kein unerwünschter Roman

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Das Cover von, "Unerwünschte Töchter" von Miriam Carbe ist sehr schlicht gehalten. Es zeigt eine Perlenkette auf einem türkisfarbenen Hintergrund, mehr braucht es aber auch nicht. Der Inhalt dieses großartigen Buches ist bombastisch genug. Die Autorin erzählt die Geschichte der Frauen in ihrer Familie anhand von Tagebuchaufzeichnungen. Margarethe, die Urgroßmutter, Marianne, die Oma, Monika, die Mutter und Miriam, sie selbst. Sie alle sind die Hauptpersonen in diesem einzigartigen Roman, der die deutsche Geschichte eines ganzen Jahrhunderts umfasst. Anhand der Gedanken, der Handlungen, der Ergebenheit und der Kämpfe dieser Vier wird Historisches anschaulich und verständlicher. Natürlich ist nicht alles autobiographisch, wie könnte es auch, aber Miriam Carbe verwebt die Aufzeichnungen ihrer Vorfahrinnen sehr geschickt mit der eigenen fiktiven Vorstellung. Ihr Sprachstil ist intelligent, flüssig und keinesfalls langatmig. Mit großer Empathie geht sie mit den Frauen auf die Zeitreise. Die Weimarer Republik, der erste und dann der zweite Weltkrieg, das Leben in der DDR und in der Bundesrepublik, Anfeindungen, Rassismus, bedingungsloser politischer Gehorsam, Aufbegehren...es kommt kein Thema zu kurz und wird so bildhaft erzählt, dass ich die Protagonistinnen deutlich vor Augen hatte. Das Buch, das nicht nur Frauen lesen sollten, ist wie geschaffen für eine mehrteilige Verfilmung und ein wahres Meisterwerk unter den Neuerscheinungen!