Tolle Idee, aber emotional hat mir irgendwie etwas gefehlt

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lili_1302 Avatar

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„Unerwünschte Töchter“ von Miriam Carbe erzählt von mehreren Frauengenerationen einer Familie und davon, wie sich Erinnerungen, Erwartungen und gesellschaftliche Themen über Jahre hinweg weitertragen. Im Mittelpunkt stehen Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern, Herkunft, Identität und das Gefühl, seinen Platz im Leben finden zu müssen. Das Buch ist dabei eher ruhig erzählt und konzentriert sich stark auf Gespräche, Gedanken und familiäre Dynamiken statt auf große Spannung oder dramatische Wendungen.

Besonders gut gefallen hat mir direkt der Einstieg mit dem Schrank, der von Generation zu Generation weitergegeben wird. Ich fand diesen Gedanken irgendwie total schön, weil er so sinnbildlich für Erinnerungen und Familiengeschichte steht. Genau solche kleinen Details machen die Grundidee des Buches für mich wirklich besonders. Insgesamt ist es eine stille Lektüre, die definitiv zum Nachdenken anregt und wichtige gesellschaftliche Themen anspricht. Allerdings passiert über weite Strecken nicht wirklich viel und es wird sehr viel geredet und reflektiert. Für Leser*innen, die ruhige Familiengeschichten mögen, ist das bestimmt genau richtig.

Der Schreibstil ist grundsätzlich angenehm und ruhig, trotzdem bin ich gedanklich oft abgedriftet, weil mich die Geschichte emotional leider nicht richtig packen konnte. Es gab zwar immer wieder Ereignisse und Situationen, die eigentlich traurig oder bewegend waren, bei mir persönlich kam davon aber nur wenig Gefühl an. Das fand ich sehr schade, denn die Grundidee einer emotionalen Auseinandersetzung über Generationen innerhalb einer Familie fand ich wirklich schön. Leider blieb vieles für mich etwas zu oberflächlich, wodurch ich keine richtige Verbindung zu den Figuren aufbauen konnte. Insgesamt trotzdem ein sensibles und respektvoll geschriebenes Buch mit wichtigen Themen, das mich persönlich aber emotional nicht ganz erreichen konnte.