Vier Generationen, etwa 100 Jahre, viele Umbrüche

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Zwei Erbstücke spielen eine Rolle: ein Bücherschrank aus Kirschbaum, der so lebendig von Miriam Carbe beschrieben wird, dass man ihn fast sehen und riechen kann, und die Tagebücher ihrer Vorfahrinnen.

Mit wunderbarer Sprache erzählt die Autorin atmosphärisch von den Frauenleben ihrer Mutter, Großmutter und Urgroßmutter, und von ihrem eigenen.

Beginnend mit der wilden Margarethe, die im Dresden der 1910er Jahre in der Villa der Eltern in großbürgerlicher Umgebung aufwächst, sich jedoch weniger für das von ihr erwartete Verhalten und vorgesehene Leben als voller Wissbegier für Bildung, die Moderne und Fröbels Erziehungsansätze interessiert. Am Ende heiratet sie dann doch und wird die Mutter von Marianne.

Marianne, die ihre Jugend begeistert im dritten Reich verbringt, in ihrer Liebesbeziehung zu ihrem Vorgesetzten schwanger und die Mutter von Monika wird.

Die Zeiten ändern sich erneut - Monika lebt 6 Jahre in der jungen DDR, bevor die Flucht in den Westen gelingt. Ein schwieriger Neustart und keine einfachen Jahre folgen, bevor 1967 Monikas Tochter Miriam geboren wird, Tochter eines nigerianischen Studenten, eine Herausforderung in Bezug auf Akzeptanz für Marianne und Margarethe.

In diesem großartigen Buch wird Zeitgeschichte über etwa 100 Jahre lebendig anhand von vier Frauenleben erzählt - ein lesens- und empfehlenswerter Roman, in den auch Zitate aus den Tagebüchern von Margarethe, Marianne und Monika einfließen.