Vier Generationen unter schwierigen Bedingungen

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obilot Avatar

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Hauptperson des Romans „Unerwünschte Töchter“ ist die Autorin selbst. Sie erzählt die Geschichte der Frauen ihrer Familie bis in die vierte Generation vor ihr. Tagebucheintragungen dienten der Autorin dabei als wichtige Quelle. Dabei spielt ein alter Bücherschrank eine zentrale Rolle. Dieser wird durch alle Generationen vererbt und begleitet das Leben jeder Frau in dieser Familie.

So unterschiedlich die Frauen dieser Geschichte auch sind, alle haben eine Gemeinsamkeit, sie leiden unter den strengen Vorgaben ihrer Eltern/Mutter und der Moralvorstellungen der Zeit. Eine glückliche und unbeschwerte Kindheit bleibt allen verwehrt. Unglückliche Partnerschaften, unerfüllte Berufswünsche, Ausgrenzungen und Vorurteile sind an der Tagesordnung. Während der Urgroßmutter noch ihr Wunschpartner verwehrt wurde und die Großmutter unter dem DDR-Regierung leidet, sieht sich die Urenkelin rassistischen Vorurteilen ausgesetzt.

Das Thema Rassismus nimmt einen besonders großen Raum innerhalb des Romans ein. So hat bereits die Freundin der Großmutter mit ihrem Umzug nach Afrika erste Bekanntschaft mit einer anderen Zivilisation gemacht und ihre Vorurteile ungeniert preisgegeben, was zu dieser Zeit jedoch noch ganz normal war. Ihre Tocher traf es aber besonders hat, als sie sich in einen jungen Afrikaner verliebte.

Teilweise wirken die einzelnen Abschnitte etwas in die Länge gezogen. Ich habe den Roman als Hörbuch gehört. Die Vorleserin hat eine angenehme Erzählstimme und man hört ihr gerne zu, so dass man auch bei breit ausgeschmückten Darstellungen gerne noch zuhört. Insgesamt finde ich den Roman vor allem unter Berücksichtigung der gewandelten Wertevorstellungen von Urgroßmutters Zeiten bis heute sehr interessant. Das Cover hätte man vielleicht etwas kreativer gestalten dürfen, vielleicht mit dem viel erwähnten Bücherschrank.