Vier M

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wal.li Avatar

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Margarethe wächst Anfang des zwanzigsten Jahrhundert in wohlbehüteten Verhältnissen auf. Die Dresdener Familie ist finanziell abgesichert. Doch in der Ehe der Eltern gibt es Risse. Ihre Tochter Marianne sucht die Liebe und fürchtet, dass sie nie den Richtigen treffen wird. Als es endlich einer sein soll, ist bereits der zweite Weltkrieg ausgebrochen und der Vater ihrer Tochter Monika fällt kurz vor Kriegsende. Die Frauen gehen in den Westen und landen im ostwestfälischen Herford. Sie tragen Geschichte in sich und bleiben drei Frauen, die auf sich gestellt sind. Schwierig wird es, als Monika während des Studiums einen Nigerianer kennenlernt und schwanger wird.

Vier Frauen, deren Vornamen mit dem Buchstaben M beginnen. Schweißt es sie zusammen? Irgendwie schon. Aber sie sind nicht immer einer Meinung. Manches Beste, dass gewollt wird, hat ein anderes Ergebnis. Wie in jeder Familie gibt es gute und schlechte Zeiten. Es gibt Verirrungen, die wohl der Zeit geschuldet sind. Leid, das unverschuldet ist. Wünsche, die so nicht in Erfüllung gehen. Miriam, die Vierte im Bunde, findet die Tagebücher ihrer Mutter, Großmutter und Urgroßmutter. Aus diesen Büchern liest sie Gedanken, die geschrieben anders formuliert wurden als die Frauen es erzählt haben, als sie es erlebt hat. Aus diesen vielschichtigen Informationen komponiert Miriam diesen Roman.

Die Geschichte eines Jahrhunderts, die Geschichte von vier unterschiedlichen Frauen, die doch Zusammenhalt verspüren. Sind sie wirklich unerwünscht? Immerhin sind sie da. Aber sie sind in schwierige Zeiten geboren. Man bekommt den Eindruck, dass sie um ihre Integrität kämpfen. Dass sie an der Zeit leiden. Intelligent, aber ein wenig schwermütig. Ein wenig mehr Fröhlichkeit würde man ihnen wünschen. Doch vielleicht wird das nicht so erinnert, vielleicht steht es nicht in den Tagebüchern. Allerdings sind diese schriftlichen Zeugnisse ein Schatz, aus dem ein beeindruckendes Buch entstanden ist. Vielleicht denkt man auch daran, was in der eigenen Familie erzählt wurde. Man empfindet es als schön, dass die Erinnerung der vier M bleicht und sich in einem sehr lesenswerten Roman präsentiert.

Die erste Aufmerksamkeit erregte allerdings das farblich wunderschön gestaltete Cover.