Von Müttern und Töchtern – eine bewegende Familiengeschichte
Am Anfang ist es dieser Schrank, den Margarethe, Miriams Urgroßmutter, 1912 in Dresden fertigen ließ und der nun bei ihr, der Urenkelin, steht. In ihm finden sich viele Notiz- und Tagebücher sowie Erinnerungsskizzen von den Frauen ihrer Familie. Von Urgroßmutter Margarethe, von Großmutter Marianne und von Miriams Mutter Monika. Der älteste Eintrag stammt von 1908 - sie schrieben über ihr eigenes Leben und auch übereinander.
Nach dem Tod ihrer Mutter 2021 hat Miriam diese Erinnerungen geerbt, sie hat sie gesichtet und beschlossen, ihre Familiengeschichte niederzuschreiben. Es ist eine persönliche Geschichte geworden, geprägt vom zeitgeschichtlichen Hintergrund.
Der Roman beginnt um 1900, der Erste und der Zweite Weltkrieg nimmt ihnen ihre Männer, ihre Söhne und ihre Brüder. Der Nationalsozialismus ist allgegenwärtig, rassistisches Denken bleibt nicht aus, genau so sind es Standesdünkel. Sie ziehen oft um, gehen vor dem Bau der Mauer in den Westen, bei John F. Kennedys legendärem Staatsbesuch 1963 ist Monika in Berlin. Nicht unbedingt JFKs wegen, sie ist ja noch jung und verliebt ist sie auch. Dies ist ein kurzer Abriss dessen, was Miriam Carbe von ihnen zu berichten weiß, von den schicksalhaften Begegnungen und Begebenheiten, von ihrem Leben und ihren Lebensentwürfen und den Risiken, die auf die ein oder andere Weise jeder einzelne ausgesetzt ist.
„Unerwünschte Töchter“ waren sie alle, die Gründe dafür unterschiedlich. Literatur ist für sie existenziell, sie haben mit den politischen Unwägbarkeiten zu kämpfen, gesellschaftliche Konflikte bleiben nicht aus, so manch Identitätskrise ist zu bewältigen.
Die oben erwähnten Aufzeichnungen geben die Struktur dieses Romans vor, angereichert durch fiktionale Sequenzen. Es ist ein sehr intensiv erzähltes Buch geworden, festgehalten von der unehelich geborenen Miriam. Was noch nicht mal das Schlimmste war, denn ihr Vater ist Nigerianer- der eigentliche Schock für die Familie. Ihre Urgroßmutter Margarethe, die 96 Jahre alt werden durfte, hat von ihrer Existenz erst erfahren, als sie drei Jahre alt war.
Das Buch ist so viel mehr als „nur“ eine Familiengeschichte. Es dringt tief ein in die Geschehnisse dieser Zeit, vermittelt ein eindringliches Bild über mehr als ein Jahrhundert hinweg, aus Sicht der Frauen über vier Generationen. Zu jeder einzelnen dieser Frauen habe ich Zugang gefunden, wenngleich man den jeweiligen Zeitgeist deutlich spürt, was das Lesen nochmal ein Stück weit intensiver werden lässt. Ein Buch, das ich gerne gelesen habe, eine lesenswerte Geschichte, die ich nicht missen möchte.
Nach dem Tod ihrer Mutter 2021 hat Miriam diese Erinnerungen geerbt, sie hat sie gesichtet und beschlossen, ihre Familiengeschichte niederzuschreiben. Es ist eine persönliche Geschichte geworden, geprägt vom zeitgeschichtlichen Hintergrund.
Der Roman beginnt um 1900, der Erste und der Zweite Weltkrieg nimmt ihnen ihre Männer, ihre Söhne und ihre Brüder. Der Nationalsozialismus ist allgegenwärtig, rassistisches Denken bleibt nicht aus, genau so sind es Standesdünkel. Sie ziehen oft um, gehen vor dem Bau der Mauer in den Westen, bei John F. Kennedys legendärem Staatsbesuch 1963 ist Monika in Berlin. Nicht unbedingt JFKs wegen, sie ist ja noch jung und verliebt ist sie auch. Dies ist ein kurzer Abriss dessen, was Miriam Carbe von ihnen zu berichten weiß, von den schicksalhaften Begegnungen und Begebenheiten, von ihrem Leben und ihren Lebensentwürfen und den Risiken, die auf die ein oder andere Weise jeder einzelne ausgesetzt ist.
„Unerwünschte Töchter“ waren sie alle, die Gründe dafür unterschiedlich. Literatur ist für sie existenziell, sie haben mit den politischen Unwägbarkeiten zu kämpfen, gesellschaftliche Konflikte bleiben nicht aus, so manch Identitätskrise ist zu bewältigen.
Die oben erwähnten Aufzeichnungen geben die Struktur dieses Romans vor, angereichert durch fiktionale Sequenzen. Es ist ein sehr intensiv erzähltes Buch geworden, festgehalten von der unehelich geborenen Miriam. Was noch nicht mal das Schlimmste war, denn ihr Vater ist Nigerianer- der eigentliche Schock für die Familie. Ihre Urgroßmutter Margarethe, die 96 Jahre alt werden durfte, hat von ihrer Existenz erst erfahren, als sie drei Jahre alt war.
Das Buch ist so viel mehr als „nur“ eine Familiengeschichte. Es dringt tief ein in die Geschehnisse dieser Zeit, vermittelt ein eindringliches Bild über mehr als ein Jahrhundert hinweg, aus Sicht der Frauen über vier Generationen. Zu jeder einzelnen dieser Frauen habe ich Zugang gefunden, wenngleich man den jeweiligen Zeitgeist deutlich spürt, was das Lesen nochmal ein Stück weit intensiver werden lässt. Ein Buch, das ich gerne gelesen habe, eine lesenswerte Geschichte, die ich nicht missen möchte.