Arno Strobel geht immer
Der Thriller beginnt ruhig, entwickelt aber von den ersten Seiten an eine unterschwellige Spannung. Besonders fesselnd ist die Hauptfigur Luisa, deren Gedächtnis nicht nur ein erzählerisches Stilmittel, sondern auch ein psychologisch reizvoller Motor der Handlung ist. Vergangenheit und Gegenwart greifen geschickt ineinander, wodurch sich nach und nach ein düsteres Netz aus Trauma, Schuld und ungeklärten Wahrheiten spannt. Strobel erzeugt eine beklemmende Atmosphäre, ohne auf schnelle Effekte zu setzen, und spielt gekonnt mit Erinnerung, Manipulation und psychischer Abhängigkeit. Der Perspektivwechsel – insbesondere die verstörenden inneren Monologe – verstärkt die Spannung und weckt früh den Wunsch, die Wahrheit hinter dem Verschwinden aufzudecken. Ein vielversprechender Auftakt, der psychologische Tiefe mit klassischer Thriller-Dramatik verbindet.