Sehr atmosphärisch, sehr unangenehm (im positiven Sinne), sehr vielversprechend.
Der Einstieg in Ungelöst – Die erste Zeugin hat mich sofort gepackt – und das liegt vor allem an Arno Strobels bekannter Stärke: Er versteht es, sehr schnell eine unangenehme, fast körperlich spürbare Spannung aufzubauen, ohne dass gleich Blut fließt.
Die Szene konfrontiert uns direkt mit einer jungen Frau in einer extrem bedrückenden, ausweglos wirkenden Situation. Man spürt die Enge, die Panik, die Kälte – und vor allem das quälende Wissen, dass etwas Schreckliches bevorsteht, ohne dass man genau erfährt, was. Strobel spielt geschickt mit der Wahrnehmung der Protagonistin: Alles ist fragmentarisch, sinnlich überfrachtet, aber gleichzeitig seltsam gedämpft – fast wie in einem Albtraum, aus dem man nicht richtig aufwacht. Gerüche, Geräusche, die Art, wie Stoff über Haut streift oder wie Atemzüge klingen: Das sind genau die Details, die bei ihm immer besonders intensiv wirken.
Was mich besonders beeindruckt hat: Man merkt schon in den ersten Seiten, dass hier nicht einfach „nur“ eine Vermissten-Geschichte erzählt wird. Die Vergangenheit der Hauptfigur Luisa scheint wie ein dunkler Schatten sofort präsent zu sein – und zwar nicht nur als vage Erinnerung, sondern als etwas, das sich physisch in ihren Körper eingebrannt hat. Das eidetische Gedächtnis, das im Klappentext erwähnt wird, deutet sich hier schon an: Es gibt Andeutungen, dass sie Dinge sieht und fühlt, die andere längst vergessen haben – und genau das macht sie zur perfekten, aber auch zur gefährdetsten Zeugin.
Stilistisch ist der Text sehr dicht, schnörkellos, mit kurzen, harten Sätzen, wenn die Spannung hochgeht – und längeren, fast zähen Passagen, wenn die Angst sich ausbreitet. Das erzeugt einen sehr typischen Strobel-Rhythmus: mal atemlos, mal quälend langsam. Man will unbedingt wissen, was als Nächstes passiert, traut sich aber fast nicht weiterzublättern.
Mein spontaner Gesamteindruck nach der Leseprobe:
Sehr atmosphärisch, sehr unangenehm (im positiven Sinne), sehr vielversprechend. Wenn der Rest des Buches dieses Level an Beklemmung und die geschickte Verknüpfung von alter und neuer Gewalt hält, dann wird „Ungelöst – Die erste Zeugin“ für mich ein richtig starker Cold-Case-/Vermissten-Thriller mit psychologischer Tiefe.
Arno Strobel-Fans, wie ich zugegebener Maße schon seit langem bin, werden hier vermutlich voll auf ihre Kosten kommen – und alle, die atmosphärische, figurenzentrierte Spannungsliteratur mögen, sollten auf jeden Fall die Leseprobe (und später das Buch) antesten.
Würde ich weiterlesen? Definitiv – und zwar sofort, wenn ich könnte.
Die Szene konfrontiert uns direkt mit einer jungen Frau in einer extrem bedrückenden, ausweglos wirkenden Situation. Man spürt die Enge, die Panik, die Kälte – und vor allem das quälende Wissen, dass etwas Schreckliches bevorsteht, ohne dass man genau erfährt, was. Strobel spielt geschickt mit der Wahrnehmung der Protagonistin: Alles ist fragmentarisch, sinnlich überfrachtet, aber gleichzeitig seltsam gedämpft – fast wie in einem Albtraum, aus dem man nicht richtig aufwacht. Gerüche, Geräusche, die Art, wie Stoff über Haut streift oder wie Atemzüge klingen: Das sind genau die Details, die bei ihm immer besonders intensiv wirken.
Was mich besonders beeindruckt hat: Man merkt schon in den ersten Seiten, dass hier nicht einfach „nur“ eine Vermissten-Geschichte erzählt wird. Die Vergangenheit der Hauptfigur Luisa scheint wie ein dunkler Schatten sofort präsent zu sein – und zwar nicht nur als vage Erinnerung, sondern als etwas, das sich physisch in ihren Körper eingebrannt hat. Das eidetische Gedächtnis, das im Klappentext erwähnt wird, deutet sich hier schon an: Es gibt Andeutungen, dass sie Dinge sieht und fühlt, die andere längst vergessen haben – und genau das macht sie zur perfekten, aber auch zur gefährdetsten Zeugin.
Stilistisch ist der Text sehr dicht, schnörkellos, mit kurzen, harten Sätzen, wenn die Spannung hochgeht – und längeren, fast zähen Passagen, wenn die Angst sich ausbreitet. Das erzeugt einen sehr typischen Strobel-Rhythmus: mal atemlos, mal quälend langsam. Man will unbedingt wissen, was als Nächstes passiert, traut sich aber fast nicht weiterzublättern.
Mein spontaner Gesamteindruck nach der Leseprobe:
Sehr atmosphärisch, sehr unangenehm (im positiven Sinne), sehr vielversprechend. Wenn der Rest des Buches dieses Level an Beklemmung und die geschickte Verknüpfung von alter und neuer Gewalt hält, dann wird „Ungelöst – Die erste Zeugin“ für mich ein richtig starker Cold-Case-/Vermissten-Thriller mit psychologischer Tiefe.
Arno Strobel-Fans, wie ich zugegebener Maße schon seit langem bin, werden hier vermutlich voll auf ihre Kosten kommen – und alle, die atmosphärische, figurenzentrierte Spannungsliteratur mögen, sollten auf jeden Fall die Leseprobe (und später das Buch) antesten.
Würde ich weiterlesen? Definitiv – und zwar sofort, wenn ich könnte.