Als Hörbuch hörenswert
Obgleich Strobels Thriller regelmäßig Bestsellerlisten stürmen, liegen mir seine Bücher nicht. Warum befasse ich mich dann damit? Weil die Hörbücher in der Regel von Dietmar Wunder gelesen werden und in der Darreichungsform funktionieren sie für mich dann doch. Wie war es mit dem Auftakt zu dieser neuen Reihe?
Der Medizinstudentin Luisa Menkhoff fällt ein Flugblatt in die Finger: Es geht um eine verschwundene Frau, die sie zu erkennen glaubt und an die sie keine guten Erinnerungen hat, war sie doch die Partnerin des Mannes, der Luisa als Fünfjährige entführte. Als sie sich bei der Polizei in Person Ramin Brunners meldet, fallen dem bei Luisas detailliertem Bericht (sie hat ein eidetisches Gedächtnis) Parallelen zu einem aktuellen Vermisstenfall auf. Flugs nimmt Brunner Luisa als Beraterin zu den Ermittlungen hinzu und der Fall entwickelt sich schnell zu einem Wettlauf um die Zeit.
Mehr sei krimi-/trillergemäß nicht verraten. Es schien mir, dass es Verbindungen zu anderen Büchern Strobels gab, weshalb mir manche Zusammenhänge unklar geblieben sein mögen, das tat aber dem Gesamterlebnis keinen Abbruch. Dass Ramin Brunner gerade dabei ist, eine Cold-Case-Einheit aufzubauen, trifft sich gut, da letztlich ja auch Luisas Fall nicht vollends aufgeklärt wurde – jedenfalls wird im Laufe der Handlung deutlich, dass ihr sonst so gutes Gedächtnis sie bei manchen Erinnerungen hinters Licht geführt zu haben scheint. Krimis, die sich um Cold Cases drehen, finde ich in der Regel spannend, weil sie einerseits fast immer entweder auf unterschiedlichen Zeitebenen spielen oder zumindest Rückblenden enthalten, so auch hier. Zudem geht es bei Cold Cases um den hehren Kampf um Gerechtigkeit. Dazu passt Brunner gut, Luisa scheint (verständlicher- und doch manchmal störenderweise) teils doch sehr persönlich involviert. Das wiederum nutzt Strobel aber geschickt, um seine Ermittler auf falsche Fährten zu jagen, Wendungen einzubauen, schlicht um einen guten Spannungsbogen hinzubekommen – und das gelingt dann auch: Man wird schnell in die Geschichte „geworfen“, dann wird ein wenig verzögert (schließlich wollen die Figuren und ihre Umwelt, etwa Brunners Kollegen, eingeführt bzw. ausgestaltet werden) und schließlich in einem dramatischen Finale geendet (da „musste“ ich dann immer noch ein Kapitel hören). Erzählt wird in einer Sprache, der man auch und gerade beim Hörbuch gut folgen kann, wunderbar vorgetragen von Dietmar Wunder, bei dem nicht nur die Stimme, sondern auch die Art vorzulesen unvergleichlich ist. Man darf gespannt sein, ob bzw. wie Luisa im Verlauf der Reihe eingebunden wird (fährt sie Medizin und Ermittlungen parallel, entwickelt sie sich Richtung Ermittlungen?). Einmal mehr stelle ich fest: Strobels Thriller sind gekonnt konstruiert – mir vielleicht ein wenig zu gekonnt, aber als Hörbuch sind sie durchaus hörenswert. Alles in allem gibt es für „Ungelöst – Die erste Zeugin“ 4 Sterne (3 für den Inhalt, 5 für den Hörbuchpart).
Der Medizinstudentin Luisa Menkhoff fällt ein Flugblatt in die Finger: Es geht um eine verschwundene Frau, die sie zu erkennen glaubt und an die sie keine guten Erinnerungen hat, war sie doch die Partnerin des Mannes, der Luisa als Fünfjährige entführte. Als sie sich bei der Polizei in Person Ramin Brunners meldet, fallen dem bei Luisas detailliertem Bericht (sie hat ein eidetisches Gedächtnis) Parallelen zu einem aktuellen Vermisstenfall auf. Flugs nimmt Brunner Luisa als Beraterin zu den Ermittlungen hinzu und der Fall entwickelt sich schnell zu einem Wettlauf um die Zeit.
Mehr sei krimi-/trillergemäß nicht verraten. Es schien mir, dass es Verbindungen zu anderen Büchern Strobels gab, weshalb mir manche Zusammenhänge unklar geblieben sein mögen, das tat aber dem Gesamterlebnis keinen Abbruch. Dass Ramin Brunner gerade dabei ist, eine Cold-Case-Einheit aufzubauen, trifft sich gut, da letztlich ja auch Luisas Fall nicht vollends aufgeklärt wurde – jedenfalls wird im Laufe der Handlung deutlich, dass ihr sonst so gutes Gedächtnis sie bei manchen Erinnerungen hinters Licht geführt zu haben scheint. Krimis, die sich um Cold Cases drehen, finde ich in der Regel spannend, weil sie einerseits fast immer entweder auf unterschiedlichen Zeitebenen spielen oder zumindest Rückblenden enthalten, so auch hier. Zudem geht es bei Cold Cases um den hehren Kampf um Gerechtigkeit. Dazu passt Brunner gut, Luisa scheint (verständlicher- und doch manchmal störenderweise) teils doch sehr persönlich involviert. Das wiederum nutzt Strobel aber geschickt, um seine Ermittler auf falsche Fährten zu jagen, Wendungen einzubauen, schlicht um einen guten Spannungsbogen hinzubekommen – und das gelingt dann auch: Man wird schnell in die Geschichte „geworfen“, dann wird ein wenig verzögert (schließlich wollen die Figuren und ihre Umwelt, etwa Brunners Kollegen, eingeführt bzw. ausgestaltet werden) und schließlich in einem dramatischen Finale geendet (da „musste“ ich dann immer noch ein Kapitel hören). Erzählt wird in einer Sprache, der man auch und gerade beim Hörbuch gut folgen kann, wunderbar vorgetragen von Dietmar Wunder, bei dem nicht nur die Stimme, sondern auch die Art vorzulesen unvergleichlich ist. Man darf gespannt sein, ob bzw. wie Luisa im Verlauf der Reihe eingebunden wird (fährt sie Medizin und Ermittlungen parallel, entwickelt sie sich Richtung Ermittlungen?). Einmal mehr stelle ich fest: Strobels Thriller sind gekonnt konstruiert – mir vielleicht ein wenig zu gekonnt, aber als Hörbuch sind sie durchaus hörenswert. Alles in allem gibt es für „Ungelöst – Die erste Zeugin“ 4 Sterne (3 für den Inhalt, 5 für den Hörbuchpart).