Ein toller Psychothriller

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rosenfreund Avatar

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Das Cover hat durch den dunklen Hintergrund, wie bei fast allen Werken des Autors, und den übergroßen Titel in der Mitte sowie der Namensnennung ganz oben, einen großen Wiedererkennungswert und ist mir gleich „in die Augen gesprungen“.
Inhaltlich geht es um die 22 jährige Medizinstudentin, Luisa Menkhoff, die auf einem Faltblatt die vermisste Nicole Klement erkennt, die bei ihrer eigenen Entführung als Fünfjährige mitgewirkt hat. Sie vermutet den Psychiater, Dr. Joachim Lindner, als Täter bei dem Verschwinden, und als dann ein kleines Mädchen abgängig gemeldet wird, spitzt sich der Verdacht zu. Es werden auch Parallelen zu anderen Vermisstenfällen evident.
In diesem Auftakt zu einer neuen Thriller-Serie werden die Personen, Kriminalhauptkommissar Ramin Brunner und Luisa Menkhoff eingeführt. Ihre Charakterisierung, wie auch die der anderen Akteure, ist gut gelungen, allerdings etwas langatmig, ebenso wie die Beschreibung der jeweiligen Settings.
Als Luisa ein Photo von sich als Fünfjährige findet, wird es dann so richtig spannend. Warum wohl?
In rasantem Tempo können wir die Ermittlungen verfolgen, werden durch gekonnte Twists auf falsche Fährten gelockt und dann zu einem sehr überraschenden Ende geführt. Alles ist perfekt durchkomponiert, und wird durch die Erzähltechnik, kurze Kapitel, unterschiedliche Erzählperspektiven und kurze Cliffhänger an jedem Kapitelende gut gewürzt. Sprachlich ist das Werk präzise und recht schnörkellos, läßt einen also durch die Seiten fliegen.
Besonders interessant empfinde ich die Frage, inwiefern die Psyche eines Menschen manipuliert werden kann, die hier einen wichtigen Stellenwert innehat.
Das Werk ist atmosphärisch, spannend und läßt mich auf den Folgeband im Herbst 2026 hinfiebern.
Eine ganz klare Leseempfehlung für Thrillerfreunde.