Guter Auftaktband

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„Ungelöst – Die erste Zeugin“ ist der Auftaktband zu Arno Strobels neuer Cold-Case-Serie. Egal ob die Mörderfinder-Reihe, Fakt/Fake, Stalker oder welch Buch auch immer ich von Strobel gelesen habe - jeder einzelne Thriller hat mich gefesselt und auch dieser Reihenbeginn ist ein nervenaufreibender, spannender Psychothriller, der neugierig auf den nächsten Fall macht.

Luisa Menkhoff wendet sich an die Polizei, nachdem sie auf dem Flugblatt, das auf dem Campus aushängt, die seit vier Tagen abgängige Frau als Nicole Klement erkennt, die sie mit damals in Verbindung bringt. Damals wurde Luise als 5jährige entführt und wie es den Anschein hat, steckt dieser Entführer, Dr. Joachim Lichner, auch heute nicht nur hinter dem Verschwinden von Nicole, auch ist wiederum ein kleines Mädchen spurlos verschwunden, das genau in das damalige Schema passt.

Kriminalhauptkommissar Ramin Brunner ist gerade im Begriff, eine Cold-Case-Einheit aufzubauen, jedoch wird er zunächst diese aktuellen Vermisstenfälle mithilfe des ihm zugeteilten Kriminalkommissars Sebastian Grohmann bearbeiten, was ihm nicht sonderlich zusagt, ist doch Grohmann bekannt für seine eher unmotivierte Dienstauffassung. Nun, die beiden werden sich zusammenraufen müssen, denn Grohmann wird im KK11 Brunner unterstellt sein.

Die ersten Seiten machen mich mit den Personen vertraut, allen voran Ramin Brunner und Luise Menkhoff, deren eidetisches Gedächtnis noch sehr hilfreich sein wird. Und wiederum scheint auch sie wie schon vor Jahren im Focus von Lichner zu stehen, den einst Luises Vater hinter Gitter gebracht hat, nun aber unter Auflagen vorzeitig entlassen wurde. Nicht nur diese Hauptakteure, auch alle anderen Charaktere werden gut eingeführt, was sich allerdings schon etwas in die Länge zieht.

So richtig spannend wird es, als Luise ein altes Foto findet, das sie als 5jährige zeigt. Ab da sind die Nerven zum Zerreißen gespannt, Spuren führen immer wieder zurück und wiederum ist ein Mädchen abgängig. Sie verfolgen so etliche Spuren, viele Ungereimtheiten stehen im Raum, auch wollen sich die einzelnen Fragmente nicht recht miteinander verbinden. Und wenn es dann so aussieht, als sei alles geklärt, wendet sich nicht zum ersten Mal das Blatt. Zwischendurch sind es kurze, kursiv dargestellt Kapitel, die zunächst so gar nicht greifbar sind.

„Ungelöst“ werde ich weiterverfolgen, ich mag Strobels Art, die allzu dunklen Seiten der menschlichen Seele aufzuzeigen. Ein Psychothriller, der mich nach der zu langen Einführung dann nicht mehr loslassen wollte.