Interssant, hat aber gedauert, bis ich damit warm geworden bin - 3,5 Sterne

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lesezauber Avatar

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Meinung:
Ich habe mich sehr auf das neue Buch von Arno Strobel gefreut. Und mit Luisa Menkhoff gibt es eine Protagonistin mit bekanntem Namen, denn ihr Vater Bernd Menkhoff kam ja schon in mehreren Büchern des Autors vor.

Dennoch muss ich sagen, dass ich mich zu Beginn etwas schwer getan habe, so richtig in die Geschichte zu finden. Es ging mir einerseits irgendwie zu schnell, dass der Fokus auf persönliche Sympathien unter den Figuren gelegt wurde und ich es nicht wirklich glaubwürdig fand, dass Luisa, als eigentlich Außenstehende, so schnell in den Fall integriert wurde. Aber andererseits fand ich den Start recht langgezogen, da so wenig passiert ist und der Fall hat mich anfangs nicht so wirklich fesseln können.

Dabei war die Ausgangslage ziemlich interessant, nicht nur weil die bekannte Figur von Bern Menkhoff durch seine Tochter nochmal mehr Konturen und Tiefe bekommt, sondern auch, weil Luisa ja mit 5 Jahren entführt wurde und nun auch in den neuen Fall persönlich verstrickt ist. Und auch ihre Fähigkeit des fotografischen Gedächtnisses ist eigentlich total interessant, aber hier fand ich die Erinnerungen/Erzählungen irgendwie zu langgezogen, um mich wirklich mitzuziehen.

Gebessert hat sich das eigentlich erst im Mittelteil, als die Sache konkreter und gleichzeitig durch einige unerwartete Wendungen auch undurchsichtiger wird. Da bin ich kurz auch mal ins Überlegen gekommen, ob da was anderes dahinter stecken könnte, habe aber doch auch immer im Hinterkopf gehabt, dass eine Täuschung möglich wäre. Hier hat der Autor seine falschen Fährten geschickt gelegt und interessant verpackt.

Was mir mit der Zeit auch immer besser gefallen hat, war das Zusammenspiel der Ermittler und ja, irgendwie hat dann auch Luisa gut dazu gepasst. Deshalb könnte ich mir vorstellen, dass ein 2. Fall mich dann schneller/besser mitziehen könnte.

Das Ende fand ich ok und prinzipiell zufriedenstellend, auch wenn ich das allzeit beliebte Rundum-Geständnis des Täters langsam schon etwas plump finde. Auch wenn so ein Geständnis natürlich viele offene Fragen auf einfachem Weg beantwortet.

Sprecher Dietmar Wunder hat wieder einen soliden Job gemacht und auch gut zu Polizist Ramin gepasst. Zu Luisa eher nicht so und da er auch eher langsam, betont und tiefgründig liest, aber die Spannung nicht unbedingt total erhöht, kann das wahrscheinlich auch etwas dazu beigetragen haben, dass ich etwas länger gebraucht habe, um wirklich in die Geschichte zu finden.

Fazit:
Interessante Ausgangslage, dennoch hab ich anfangs doch recht lange gebraucht, um wirklich in die Geschichte zu finden und sie spannend zu finden. Im Mittelteil hat es sich gebessert, da kamen einige interessante und undurchsichtige Wendungen hinzu und der Fall hat dann auch mehr Fahrt aufgenommen und ich mochte das Zusammenspiel der unterschiedlichen Charaktere. Das Ende fand ich ok, auch wenn es mal wieder ein praktisches Rundum-Geständnis des Täters gab. Insgesamt würde ich 3,5 Sterne vergeben, sehe aber schon, dass das Ermittlerteam Potential hat, das in weiteren Fällen gut passen könnte.