Sehr spannend
Inhalt & Handlung:
Medizinstudentin Luisa Menkhoff entdeckt auf einem Plakat einer Vermissten ein bekanntes Gesicht: Nicole Klement, die ehemalige Lebensgefährtin des Psychiaters Joachim Lichner, der Luisa vor zwanzig Jahren als fünfjähriges Kind entführt hatte, wobei Nicole an der Entführung mitgewirkt hatte. Luisa meldet sich als Zeugin bei der Polizei, wobei sie auf Hauptkommissar Ramin Brunner trifft, der von dem Fakt fasziniert ist, dass Luisa über ein eidetisches Gedächtnis verfügt. Da sie sich an unglaubliche Details aus der Vergangenheit erinnern kann, wird sie eingeladen, als externe Beraterin in diesem Fall mitzuarbeiten. Kurz darauf wird ein kleines Mädchen entführt, die eine frappierende Ähnlichkeit mit der fünfjährigen Luisa von vor 20 Jahren hat, daher drängt sich der Verdacht auf, dass Lichner, der mittlerweile wieder aus dem Gefängnis entlassen ist, mit beiden Fällen zu tun haben könnte. Auch Luisa, fühlt sich beobachtet, ist dies Einbildung, oder hat ihr ehemaliger Entführer auch sie ins Visier genommen?
Schreibstil:
Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel sind kurz gehalten, wobei es sehr oft zu Perspektivenwechseln kommt. Temporeiche Geschehnisse spiegeln sich auch in der Art des Schreibens wieder, die Sätze werden dann plötzlich kürzer, fast schon stakkatoartig. Gekonnt versucht der Autor den Leser zum Teil in die Irre zu führen, auch wenn man als Strobel-Leser mit solcherlei falschen Fährten rechnet. Auch an brutalen Szenen wird nicht gespart, wobei sich sogar ganz am Ende des Buches eine Triggerwarnung findet.
Charaktere:
Im Vordergrund stehen zwei Charaktere, einerseits Ramin Brunner, seines Zeichens Hauptkommissar, und mit der Leitung dieses Falls betraut, und das ehemalige Entführungsopfer Luisa Menkhoff, mit ihrem unwahrscheinlichen Gedächtnis, dazu kommt, dass sie als Tochter eines mittlerweile verstorbenen Polizisten mit der Arbeitsweise der Polizei entsprechend vertraut ist. Ramin erweist sich in der Befragung als sehr einfühlsam, wodurch Luisa sofort großes Vertrauen zu ihm fasst. Im Zuge der Handlung entwickelt sich eine besondere Dynamik zwischen den beiden, wobei nicht ganz klar ist, ob es dies rein freundschaftlicher Natur ist, oder ob sich zwischen den beiden eventuell mehr entwickeln könnte.
Meinung:
Interessant finde ich die Idee, die Gegenwart mit den Geschehnissen der Vergangenheit über das phänomenale Gedächtnis von Luisa zu verbinden! Sie vermag es, auch noch nach Jahren, einzelne Erinnerungen durch einen auslösenden Impuls, gleichsam eines abgespeicherten Videos, vor ihrem geistigen Auge Revue passieren zu lassen. Zudem wird sie durch kluge Entscheidungen zu einer Bereicherung für das Ermittlerteam. Generell zeichnet sich jedes einzelne Mitglied dieses Teams durch besondere Fähigkeiten aus, Ramin durch seine ruhige, besonnene Art, die ihn zu einem optimalen Gesprächspartner werden lassen, sein Kollege Kriminalkommissar Sebastian Grohmann, der durch seine schludrige Art zum Schrecken der Kriminaleinheit mutiert, in Bezug auf Verbrecher jedoch ein unverzichtbares Verhandlungsgeschick an den Tag legt.
Mich hat der Roman gut unterhalten, gerade der Umstand, dass Kinder unter den Opfern waren, bekam der Fall eine besondere Dramatik. Man konnte den Druck der Ermittler gut nachvollziehen, der Öffentlichkeit endlich einen Täter präsentieren zu können, und um nicht neuerlich wie schon vor Jahren blutjunge Opfer verzeichnen zu müssen.
Persönliche Kritikpunkte:
Was für mich nicht ganz so herausgearbeitet wurde, sind die Beweggründe, wieso Lichner es auf Kinder als Opfer abgesehen hatte. Für mich war es nicht ganz nachzuvollziehen, weshalb seine Entführungsopfer von jeher im Kindesalter waren, zumal er ja auch nicht pädophil veranlagt war.
Fazit:
Insgesamt ist „Ungelöst – Die erste Zeugin“ ein äußerst gelungener Thriller, der Spannung, Psychologie und emotionale Tiefe gekonnt miteinander verbindet. Fans von intelligenten Krimis und psychologischen Thrillern kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Der Roman macht neugierig auf die Fortsetzung der neuen Reihe und beweist erneut, warum Arno Strobel zu den erfolgreichsten deutschen Thrillerautoren zählt.
Medizinstudentin Luisa Menkhoff entdeckt auf einem Plakat einer Vermissten ein bekanntes Gesicht: Nicole Klement, die ehemalige Lebensgefährtin des Psychiaters Joachim Lichner, der Luisa vor zwanzig Jahren als fünfjähriges Kind entführt hatte, wobei Nicole an der Entführung mitgewirkt hatte. Luisa meldet sich als Zeugin bei der Polizei, wobei sie auf Hauptkommissar Ramin Brunner trifft, der von dem Fakt fasziniert ist, dass Luisa über ein eidetisches Gedächtnis verfügt. Da sie sich an unglaubliche Details aus der Vergangenheit erinnern kann, wird sie eingeladen, als externe Beraterin in diesem Fall mitzuarbeiten. Kurz darauf wird ein kleines Mädchen entführt, die eine frappierende Ähnlichkeit mit der fünfjährigen Luisa von vor 20 Jahren hat, daher drängt sich der Verdacht auf, dass Lichner, der mittlerweile wieder aus dem Gefängnis entlassen ist, mit beiden Fällen zu tun haben könnte. Auch Luisa, fühlt sich beobachtet, ist dies Einbildung, oder hat ihr ehemaliger Entführer auch sie ins Visier genommen?
Schreibstil:
Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel sind kurz gehalten, wobei es sehr oft zu Perspektivenwechseln kommt. Temporeiche Geschehnisse spiegeln sich auch in der Art des Schreibens wieder, die Sätze werden dann plötzlich kürzer, fast schon stakkatoartig. Gekonnt versucht der Autor den Leser zum Teil in die Irre zu führen, auch wenn man als Strobel-Leser mit solcherlei falschen Fährten rechnet. Auch an brutalen Szenen wird nicht gespart, wobei sich sogar ganz am Ende des Buches eine Triggerwarnung findet.
Charaktere:
Im Vordergrund stehen zwei Charaktere, einerseits Ramin Brunner, seines Zeichens Hauptkommissar, und mit der Leitung dieses Falls betraut, und das ehemalige Entführungsopfer Luisa Menkhoff, mit ihrem unwahrscheinlichen Gedächtnis, dazu kommt, dass sie als Tochter eines mittlerweile verstorbenen Polizisten mit der Arbeitsweise der Polizei entsprechend vertraut ist. Ramin erweist sich in der Befragung als sehr einfühlsam, wodurch Luisa sofort großes Vertrauen zu ihm fasst. Im Zuge der Handlung entwickelt sich eine besondere Dynamik zwischen den beiden, wobei nicht ganz klar ist, ob es dies rein freundschaftlicher Natur ist, oder ob sich zwischen den beiden eventuell mehr entwickeln könnte.
Meinung:
Interessant finde ich die Idee, die Gegenwart mit den Geschehnissen der Vergangenheit über das phänomenale Gedächtnis von Luisa zu verbinden! Sie vermag es, auch noch nach Jahren, einzelne Erinnerungen durch einen auslösenden Impuls, gleichsam eines abgespeicherten Videos, vor ihrem geistigen Auge Revue passieren zu lassen. Zudem wird sie durch kluge Entscheidungen zu einer Bereicherung für das Ermittlerteam. Generell zeichnet sich jedes einzelne Mitglied dieses Teams durch besondere Fähigkeiten aus, Ramin durch seine ruhige, besonnene Art, die ihn zu einem optimalen Gesprächspartner werden lassen, sein Kollege Kriminalkommissar Sebastian Grohmann, der durch seine schludrige Art zum Schrecken der Kriminaleinheit mutiert, in Bezug auf Verbrecher jedoch ein unverzichtbares Verhandlungsgeschick an den Tag legt.
Mich hat der Roman gut unterhalten, gerade der Umstand, dass Kinder unter den Opfern waren, bekam der Fall eine besondere Dramatik. Man konnte den Druck der Ermittler gut nachvollziehen, der Öffentlichkeit endlich einen Täter präsentieren zu können, und um nicht neuerlich wie schon vor Jahren blutjunge Opfer verzeichnen zu müssen.
Persönliche Kritikpunkte:
Was für mich nicht ganz so herausgearbeitet wurde, sind die Beweggründe, wieso Lichner es auf Kinder als Opfer abgesehen hatte. Für mich war es nicht ganz nachzuvollziehen, weshalb seine Entführungsopfer von jeher im Kindesalter waren, zumal er ja auch nicht pädophil veranlagt war.
Fazit:
Insgesamt ist „Ungelöst – Die erste Zeugin“ ein äußerst gelungener Thriller, der Spannung, Psychologie und emotionale Tiefe gekonnt miteinander verbindet. Fans von intelligenten Krimis und psychologischen Thrillern kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Der Roman macht neugierig auf die Fortsetzung der neuen Reihe und beweist erneut, warum Arno Strobel zu den erfolgreichsten deutschen Thrillerautoren zählt.