Spannender und fesselnder Reihenauftakt um Cold Cases

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Luisa Menkhoff ist Anfang 20 und studiert Medizin. Auf dem Weg zur Uni sieht sie ein Plakat auf dem eine vermisste Frau abgebildet ist. Luisa kennt die Frau namens Nicole Klement, denn sie war an Luisas eigener Entführung als Fünfjährige beteiligt.
Luisa wendet sich an die Polizei und trifft auf Hauptkommissar Ramin Brunner, der gerade sein Aufgabengebiet wechseln und eine neue Cold-Case-Einheit aufbauen soll.
Luisa, die über ein eidetisches Gedächtnis verfügt, verblüfft den Kommissar mit ihren präzisen Erinnerungen. Alles deutet darauf hin, dass der damalige Entführer Dr. Joachim Lichner jetzt seine damalige Lebensgefährtin Nicole entführt und in seiner Gewalt hat.
Kommissar Brunner bittet Luisa als externe Beraterin um Mithilfe im aktuellen Fall, der sich bald ganz anders darstellt als zunächst angenommen und dann verschwindet ein kleines Mädchen …

Dies ist der Auftakt einer neuen Reihe des Autors, die in München spielt und sich um Cold Cases dreht.
Die beiden Hauptfiguren sind Kommissar Brunner und Luisa Menkhoff. Brunner lernen wir zu Anfang gut kennen und erleben, wie er von seinen Vorgesetzten mit dem Aufbau der neuen Einheit beauftragt wird, als der Vermisstenfall reinkommt. Da er bisher in solchen Fällen gute Erfolge erzielt hat, soll er diesen Fall noch übernehmen, bevor er die Abteilung wechselt. Und indirekt handelt es sich hier ja auch bereits um einen Cold Case, da der Bezug zu Luisa nie aufgeklärter Entführung besteht.
Luisa Menkhoff studiert Medizin und steht kurz vor ihrem praktischen Jahr als Ärztin. Sie ist die Tochter des inzwischen .verstorbenen Kommissars Bernd Menkhoff, den man aus früheren Thrillern des Autors kennt. Dieser durfte damals im Entführungsfall seiner eigenen Tochter natürlich offiziell nicht ermitteln, hat sich aber trotzdem beteiligt.
Der Ursprung dieses Thrillers liegt also in „Das Wesen“ in dem diverse Protagonisten bereits ihre Rollen haben und jetzt erneut auftauchen. Man muss „Das Wesen“ aber nicht zwingend gelesen haben, um dieser Handlung folgen zu können, denn die wichtigsten Fakten werden noch einmal aufgegriffen.

Wie man es vom Autor gewöhnt ist, legt er gleich von Anfang an ein hohes Tempo vor. Schnell war ich in der Story gefangen und habe gebannt die Ereignisse verfolgt.
Die Erzählweise wechselt immer zwischen Brunner und Luisa und dazu kommen noch Passagen aus der Sicht einer weiteren Person, von der man bald erahnt, wer sie ist.
Die Handlung entfaltet schnell eine Sogwirkung und ist sehr spannend. Fast atemlos bin ich durch die Seiten geflogen, immer in der Sorge, dass die Entführten nicht rechtzeitig und lebend gefunden und gerettet werden können. Besonders als ein Kind ins Spiel kommt, geht das Ganze auch noch ans Herz.

Die Figuren sind alle gut gezeichnet und gewählt. Der sympathische und akribische Kommissar Brunner, der ein belastendes Ereignis in der Vergangenheit hat. Dazu Luisa mit ihren besonderen Fähigkeiten und dem Trauma aus der Kindheit sowie dem Verlust des Vaters.
Und dann gibt es da noch einen weiteren Kommissar der anfangs der burschikos und robust daher kommt, sich aber schnell als zuverlässiger und guter Polizist herausstellt.
Diese Charaktere machen wirklich Lust auf mehr.

Auch die Ermittlungsarbeit und die Zusammenarbeit mit Luisa als „ziviler“ Beraterin und wird logisch, nachvollziehbar und glaubhaft dargestellt. Insgesamt ist der Spannungsbogen ständig vorhanden und auch hoch, da bei Entführungen ja von Natur aus immer ein großer Zeitdruck herrscht. Das Finale und der Abschluss sind stimmig und dann konnte ich endlich aufatmen.

„Ungelöst – Die erste Zeugin“ ist ein sehr fesselnder und packender Reihenauftakt, der mich vollständig überzeugt hat. Die Handlung entwickelt sich schnell zum Pageturner und macht Lust auf weitere Fälle der neuen Cold Case Einheit in München!


Fazit: 5 von 5 Sternen


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