Zwischen Abgrund und Komik
Dieser Roman beginnt nicht mit einem Satz, sondern mit einem Zustand. Mit einem Menschen, der hoch oben über Paris sitzt, zwischen Himmel und Asphalt, zwischen Sarkasmus und Selbstauflösung, und sagt: Schlimmer kann es sowieso nicht werden. Das ist kein klassischer Auftakt, das ist ein mentaler Notausgang – offen, kalt, verführerisch. Schon nach wenigen Zeilen ist klar: Hier spricht eine Erzählerin, die nichts beschönigt, am wenigsten sich selbst.
Der Text springt ohne Vorwarnung zwischen Abgrund und Komik, zwischen Suizidgedanken und Klobrillenmontage, zwischen Jennifer Aniston und Panikattacke. Und genau darin liegt seine große Stärke. Layla ist keine „sympathische“ Erzählerin im herkömmlichen Sinn – sie ist widersprüchlich, scharf, verletzlich, hochreflektiert und gnadenlos ehrlich. Ihre Stimme hat Tempo, Witz und eine existentielle Schwere, die nie pathetisch wird, weil sie sich ständig selbst unterläuft. Wer hier auf leise Traurigkeit hofft, bekommt bissige Selbstironie. Wer denkt, es gehe um Identität als Schlagwort, wird mit gelebter Ambivalenz konfrontiert.
Besonders eindrücklich ist, wie beiläufig dieser Text große Themen verhandelt: Herkunft, Zuschreibungen, Namen, Zugehörigkeit, psychische Instabilität, ökonomische Angst. Nichts davon wird ausgestellt, alles fließt durch den inneren Monolog, der zugleich klug, verletzend und oft überraschend komisch ist. Wenn Layla darüber nachdenkt, „zu arabisch“ auszusehen, oder aufzählt, welche Geschichten sie nicht schreiben darf, weil ihr Name im Weg steht, dann trifft das mit einer Präzision, die wehtut – gerade weil sie nie in den Ton der Anklage verfällt.
Dieser Romananfang liest sich wie ein Protokoll aus der Schwebe: nicht mehr ganz hier, noch nicht weg. Paris ist dabei weniger Kulisse als Spiegel – schön, kalt, gleichgültig. Und über allem schwebt diese eigentümliche Spannung: die Erzählerin will nicht mehr leben, aber sie will es auch nicht nicht. Dass Jennifer Aniston, ein Covid-Test und ein Notdienstler mit beruhigender Stimme letztlich mehr Gewicht bekommen als jede große Erkenntnis, ist keine Pointe, sondern konsequent.
Nach diesen Seiten weiß man: Das wird kein Wohlfühlroman, aber einer, der bleibt. Einer, der unangenehme Fragen stellt, ohne Antworten zu liefern. Und einer, dessen Stimme man nicht so schnell wieder loswird – selbst wenn man wollte.
Der Text springt ohne Vorwarnung zwischen Abgrund und Komik, zwischen Suizidgedanken und Klobrillenmontage, zwischen Jennifer Aniston und Panikattacke. Und genau darin liegt seine große Stärke. Layla ist keine „sympathische“ Erzählerin im herkömmlichen Sinn – sie ist widersprüchlich, scharf, verletzlich, hochreflektiert und gnadenlos ehrlich. Ihre Stimme hat Tempo, Witz und eine existentielle Schwere, die nie pathetisch wird, weil sie sich ständig selbst unterläuft. Wer hier auf leise Traurigkeit hofft, bekommt bissige Selbstironie. Wer denkt, es gehe um Identität als Schlagwort, wird mit gelebter Ambivalenz konfrontiert.
Besonders eindrücklich ist, wie beiläufig dieser Text große Themen verhandelt: Herkunft, Zuschreibungen, Namen, Zugehörigkeit, psychische Instabilität, ökonomische Angst. Nichts davon wird ausgestellt, alles fließt durch den inneren Monolog, der zugleich klug, verletzend und oft überraschend komisch ist. Wenn Layla darüber nachdenkt, „zu arabisch“ auszusehen, oder aufzählt, welche Geschichten sie nicht schreiben darf, weil ihr Name im Weg steht, dann trifft das mit einer Präzision, die wehtut – gerade weil sie nie in den Ton der Anklage verfällt.
Dieser Romananfang liest sich wie ein Protokoll aus der Schwebe: nicht mehr ganz hier, noch nicht weg. Paris ist dabei weniger Kulisse als Spiegel – schön, kalt, gleichgültig. Und über allem schwebt diese eigentümliche Spannung: die Erzählerin will nicht mehr leben, aber sie will es auch nicht nicht. Dass Jennifer Aniston, ein Covid-Test und ein Notdienstler mit beruhigender Stimme letztlich mehr Gewicht bekommen als jede große Erkenntnis, ist keine Pointe, sondern konsequent.
Nach diesen Seiten weiß man: Das wird kein Wohlfühlroman, aber einer, der bleibt. Einer, der unangenehme Fragen stellt, ohne Antworten zu liefern. Und einer, dessen Stimme man nicht so schnell wieder loswird – selbst wenn man wollte.