Zwischen Glanz und Bruch: Aufwachsen im Dazwischen
Schon die Leseprobe von Unser Haus mit Rutsche macht deutlich, dass Safia Al Bagdadi eine außergewöhnliche Erzählerstimme vorlegt. Der Text entfaltet weniger eine klassische Handlung als einen Zustand, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart, Komik und existenzielle Schwere unablässig überlagern. Im Zentrum steht Layla, deren Kindheit von schillernden Versprechen, kultureller Vielfalt und einer fast märchenhaften Leichtigkeit geprägt ist. Der irakische Vater erscheint als visionärer Träumer, die französische Mutter als elegante Rebellin – Figuren, die in ihrer Überzeichnung zugleich Wärme und Brüchigkeit ausstrahlen.
Die Leseprobe deutet an, wie abrupt diese fragile Ordnung durch historische Realität erschüttert wird. Mit dem Golfkrieg bricht nicht nur eine politische Katastrophe ein, sondern auch ein familiäres Selbstverständnis. Besonders überzeugend ist der Tonfall des Romans: leicht, ironisch, oft komisch, und doch von einer existenziellen Tiefe durchzogen, die sich jeder Sentimentalität entzieht. Die Erzählerin reflektiert Herkunft, Zugehörigkeit und psychische Instabilität beiläufig, fast en passant, wodurch diese Themen umso eindringlicher wirken.
Auffällig ist die sprachliche Beweglichkeit, mit der der Text zwischen scharfem Witz und Verletzlichkeit pendelt. Laylas Stimme wirkt ungeschönt, selbstreflexiv und widersprüchlich, gerade darin aber literarisch präzise. Die Leseprobe lässt erwarten, dass der Roman das Aufwachsen im „Dazwischen“ nicht als Schlagwort, sondern als gelebte Erfahrung auslotet. Unser Haus mit Rutsche verspricht keinen Trost, sondern Erkenntnis – und genau diese kompromisslose Ehrlichkeit macht neugierig auf die weitere Lektüre.
Die Leseprobe deutet an, wie abrupt diese fragile Ordnung durch historische Realität erschüttert wird. Mit dem Golfkrieg bricht nicht nur eine politische Katastrophe ein, sondern auch ein familiäres Selbstverständnis. Besonders überzeugend ist der Tonfall des Romans: leicht, ironisch, oft komisch, und doch von einer existenziellen Tiefe durchzogen, die sich jeder Sentimentalität entzieht. Die Erzählerin reflektiert Herkunft, Zugehörigkeit und psychische Instabilität beiläufig, fast en passant, wodurch diese Themen umso eindringlicher wirken.
Auffällig ist die sprachliche Beweglichkeit, mit der der Text zwischen scharfem Witz und Verletzlichkeit pendelt. Laylas Stimme wirkt ungeschönt, selbstreflexiv und widersprüchlich, gerade darin aber literarisch präzise. Die Leseprobe lässt erwarten, dass der Roman das Aufwachsen im „Dazwischen“ nicht als Schlagwort, sondern als gelebte Erfahrung auslotet. Unser Haus mit Rutsche verspricht keinen Trost, sondern Erkenntnis – und genau diese kompromisslose Ehrlichkeit macht neugierig auf die weitere Lektüre.