Aufwachsen zwischen Deutschland und Irak

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connie94 Avatar

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Der Roman hat mich überzeugt. Er vereint die Geschichte einer in Deutschland lebenden irakisch-französischen Familie sowie Einblicke in die Kultur, Geschichte und Religion des Landes.
Beim Lesen der ersten Seiten ist man mitten drin: Layla, die als Erwachsene auf ihre Kindheit zurückblickt: Teil der Familie sind ihr kleiner Bruder, der irakische Vater, der vor neuen Geschäftsideen sprüht und ihre französische Mutter, die immer perfekt aussieht und eine eher kühlere Beziehung zu ihrer Tochter hat. Ihre Mutter stammt aus gehobenen Verhältnissen und Laylas Oma mütterlicherseits lässt ihren Schwiegersohn oft spüren, dass dieser unerwünscht ist.
Layla wächst zwischen zwei Welten auf und reist als kleines Mädchen gemeinsam mit ihrer Familie in den Irak. Durch den Schreibstil der Autorin taucht man direkt in eine andere Welt ein und kann das Land und die Leute aus den Augen eines kleines Mädchens erleben.
Zudem lernt man in dem Roman viel über die Geschichte des Landes und den Golfkrieg. Dieser führt auch dazu, dass sich die Träume des Vaters langsam in Luft auslösen.
Layla besucht als Erwachsene eine Psychologin, mit der sie das Erlebte aufarbeitet und gegen Ende des Romans ihrem Vater auch verzeihen kann.
Insgesamt ein emotionaler und zugleich lehrreicher Roman, der einerseits zeigt, welchen Herausforderungen interkulturelle Familien und ihre Kinder ausgesetzt sind, aber anderseits auch zeigt, wie schön es ist, sich in zwei Ländern gleichzeitig geborgen und angekommen zu fühlen.