Berührende Familiengeschichte

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Mir hat das Buch „Unser Haus mit Rutsche“ von Safia Al Bagdadi sehr gut gefallen. Erzählt wird aus zwei Perspektiven der Protagonistin Layla. In der Gegenwart lebt sie in Paris und versucht sich als Schauspielerin und Schriftstellerin, gegen Ende dann mit großem Erfolg. Trotzdem leidet sie unter psychischen Problemen und muss regelmäßig eine Psychologin aufsuchen.

Dazwischen gibt es viele Rückblicke auf ihre Kindheit und Jugend in Saarbrücken, mit einer französischen Mutter und einem irakischen Vater, also einem Aufwachsen in völlig verschiedenen Welten. Der Vater exportiert in den Irak und träumt davon, mit der ganzen Familie nach Bagdad zu ziehen, in ein schönes Haus mit Rutsche. Dazu kommt es aber nie. Nach und nach werden die dramatischen Ereignisse aufgedeckt, an denen der Vater schließlich zerbrochen ist und die auch Leyla geprägt haben. Gerade angesichts der aktuellen Ereignisse im Nahen Osten hat mich die Geschichte sehr mitgenommen. Solche Schicksale und damit verbundene Schuldgefühle sind kein Einzelfall.

Den Schreibstil fand ich sehr angenehm zu lesen, die Personen sind gut beschrieben und erscheinen nahbar. Ich habe gut in die Geschichte gefunden und das Buch innerhalb kurzer Zeit fertig gelesen. Die Familenkonstellation der Autorin ähnelt der von Layla und daher stellt sich mir die Frage, wieviel Autobiographisches der Roman wohl enthält…