Berührender Familienromam

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Der Roman Unser Haus mit Rutsche hat mich besonders durch seine Mischung aus Humor, Wärme und gleichzeitig ernsten Themen beeindruckt. Die Geschichte wird aus der Sicht von Layla erzählt, die von ihrer Kindheit in einer ungewöhnlichen Familie berichtet. Schon am Anfang merkt man, dass diese Familie voller Gegensätze steckt: Der Vater aus dem Irak ist ein großer Träumer mit immer neuen, oft unrealistischen Ideen, während die französische Mutter aus einem eher wohlhabenden Umfeld stammt. 

Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, dass die Erinnerungen der Erzählerin gleichzeitig leicht und traurig sind. Einerseits wirkt die Kindheit voller Fantasie und Hoffnung – etwa wenn der Vater von einem „Haus mit Rutsche“ am Tigris träumt. Andererseits merkt man, dass hinter diesen Träumen auch Enttäuschungen und Konflikte stehen. Besonders bewegend fand ich, wie sich das Familienleben verändert, als politische Ereignisse wie der Golfkrieg plötzlich Einfluss auf das Leben der Familie haben. 

Der Schreibstil von Safia Al Bagdadi ist sehr lebendig und teilweise auch humorvoll. Viele Szenen wirken fast wie kleine Erinnerungsbilder aus der Kindheit. Gleichzeitig zeigt der Roman sehr sensibel, wie es ist, zwischen verschiedenen Kulturen aufzuwachsen und sich irgendwann zu fragen, wo man eigentlich wirklich dazugehört.

Insgesamt ist Unser Haus mit Rutsche für mich ein berührender Familienroman über Identität, Herkunft und die komplizierten Beziehungen innerhalb einer Familie. Besonders gefallen hat mir, dass das Buch sowohl zum Nachdenken anregt als auch viele warmherzige und manchmal sogar lustige Momente enthält. Es ist eine Geschichte, die zeigt, wie stark Kindheitserinnerungen und Familiengeschichten unser Leben prägen.