Ergreifend

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„Unser Haus mit Rutsche“ ist ein berührender Familienroman, der aus der Perspektive von Layla erzählt wird und von einer Kindheit zwischen Kulturen, Erwartungen und Brüchen handelt. Im Mittelpunkt steht eine Familie, die zwischen dem Irak, Frankreich und Deutschland lebt und deren Alltag stark von den Träumen und Illusionen des Vaters geprägt ist – etwa der Idee eines „Hauses mit Rutsche“, das sinnbildlich für seine großen, oft unrealistischen Versprechen steht.

Safia Al Bagdadi gelingt es, diese Geschichte zugleich leicht und tiefgründig zu erzählen. Der Roman wirkt zunächst fast verspielt und humorvoll, weil Laylas Kindheit von Fantasie, Hoffnung und den skurrilen Plänen der Eltern geprägt ist. Doch nach und nach zeigt sich die ernstere Ebene: politische Konflikte, Identitätsfragen und der Einfluss des Golfkriegs auf die Familie verändern das Leben nachhaltig.

Besonders stark ist der Roman in der Darstellung von Laylas innerem Blick auf ihre Familie. Die Erzählung bleibt nah an ihrer Wahrnehmung, wodurch die widersprüchlichen Gefühle – Liebe, Verwirrung, Enttäuschung und Zugehörigkeit – sehr greifbar werden. Der Stil ist dabei oft leicht und fließend, aber nie oberflächlich; er verbindet persönliche Erinnerungen mit größeren historischen und gesellschaftlichen Themen.

Insgesamt ist „Unser Haus mit Rutsche“ ein emotionaler, klug aufgebauter Roman über das Aufwachsen „im Dazwischen“ – zwischen Ländern, Kulturen und Erwartungen. Besonders überzeugend ist die Mischung aus kindlicher Leichtigkeit und späterer Erkenntnis, die der Geschichte eine starke emotionale Tiefe verleiht.