Kindlich-berührend, aber nicht ganz überzeugend

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
lesefreude28 Avatar

Von

„Unser Haus mit Rutsche" erzählt aus der Perspektive der kleinen Protagonstin Layla vom Aufwachsen in einer binationalen Familie in Saarbrücken in den 1980er Jahren. Der kindliche Blickwinkel macht viele Szenen unmittelbar und berührend, besonders wenn es um die Enttäuschungen und Träume des Vaters geht. Auch der leise Humor, mit dem Al Bagdadi kulturelle Differenzen einfängt, hat mir gut gefallen.
Weniger überzeugt hat mich die episodische Struktur: Manche Kapitel wirken aneinandergereiht, ohne dass ein roter Faden erkennbar wird, und einige Nebenfiguren bleiben blass. Zur Mitte hin verliert die Geschichte etwas an Sog, bevor sie zum Ende wieder Fahrt aufnimmt.
Ein atmosphärisches, streckenweise anrührendes Buch, das mich aber nicht durchgehend gepackt hat. Solide Unterhaltung mit Schwächen in der Erzählökonomie.