Nicht überzeugt

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papierundlicht Avatar

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Ich wusste schon beim ersten Reinlesen in dieses Buch, dass es mich entweder komplett umhauen würde oder doch eher verhaltene Begeisterung auslösen würde.

Der Irak kommt meiner Meinung nach in der Literatur viel zu kurz, deswegen war ich sehr gespannt auf die Geschichte. Da wir hier wieder eine Protagonistin mit sehr vielen biografischen Überschneidungen mit der Autorin haben, ging ich von einer spannenden Geschichte aus, die auf großteils realen Hintergründen beruht.

Allerdings fehlte mir leider etwas die Spannung. Die Beschreibung der Kindheit geht in ruhigem Tempo voraus, sodass man hier eine gewisse Nähe zur Protagonistin aufbaut. Immer wieder werden Passagen aus der Gegenwart der mittlerweile Erwachsenen eingestreut. Allerdings bleiben mir schon hier einige Details schleierhaft. Die Erzählung geht weiter zur Jugend, hier nimmt das Erzähltempo langsam zu, wir erhalten nur noch kürzere Fragmente. Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen Layla und ihrem Vater, die mal enger und mal entfernter ist, aber immer von Liebe geprägt ist. Bis sich die politische Situation zuspitzt und ihr Vater sich verändert...

Die Geschichte bricht meiner Meinung nach leider genau an der Stelle ab, an der es eigentlich spannend wird – nämlich beim Bruch zwischen Layla und ihrem Vater und dem Zerfall der Familie. Einige Aspekte werden am Anfang zwar angedeutet, später aber nicht weitergeführt oder nur bruchstückhaft angedeutet.

Das ist das große Problem, das ich mit autobiografischen Romanen habe: das Leben läuft nicht konstruiert, es hat keinen Spannungsbogen. Daher fehlt mir oft der rote Faden oder das große Finale, so auch hier.

Ich bin mir sicher, dass das Buch viele Leser*innen begeistern wird, mich hat es leider nur teilweise überzeugt.