Tag-, Nacht- und Alpträume
Layla Beni Sayed leidet an sich und der Welt und erschreckt den Leser mit suizidalen Gedanken und ihrer Unfähigkeit, ihr Leben in die Hand zu nehmen. Mehr aber als vom Erwachsenenleben in Paris wird von der Kindheit und Jugend in Saarbrücken erzählt. Dort lebt sie mit ihrer kapriziösen französischen Mutter und dem traumtänzerischeren Vater, der aus dem Irak stammt, zusammen mit ihrem jüngeren Bruder. Die Verhältnisse sind eher bescheiden und die wohlhabenden Eltern ihrer Mutter müssen das ein oder andere Mal finanziell aushelfen, was der Beziehung zum unwillkommenen Schwiegersoh nicht gerade förderlich ist Die Mutter lebt in ihrer eigenen Welt und kümmert sich um ihr Styling, der Vater verliert sich in wahnwitzigen, aber stets erfolglosen Geschäftsideen und gerne auf mysteriösen Geschäftsreisen in den Orient. Dem Vater gelingt es sehr wohl die Familie mit steten Versprechen über opulent ausgestattete Villen, die in unmittelbar naher Zukunft am Horizont erscheinen werden, bei Laune zu halten. Das erotische Feuer hält seine Beziehung zu seiner Frau lange aufrecht. Der Irakkrieg von 1991 bringt die Familie dann endgültig ins Wanken und führt zum Rückzug des Varters. Die Mutter beginnt ihr eigenes Leben in Spanien mit einem neuen Mann, obwohl die Kinder noch nicht so erwachsen sind, wie sie es gerne glauben möchte. Mir hat der Roman über die Konsequenzen einer Kindheit, in der es an Liebe und Zuwendung mangelte und die Eskapaden der Eltern den größten Raum einnahmen, sehr gut gefallen. Er ist gut erzählt, bleibt aber in etwas vage in dem Erzählstrang der erwachsenen Layla.