Träume und Entwurzelung

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mikki44 Avatar

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Die Geschichte nimmt uns mit in das Leben von Layla, die in Saarbrücken aufwächst und zwei Kulturen gerecht werden muss. Sie ist das Kind von einem irakischen Vater, der sehnsuchtsvoll an Bagdad denkt und dorthin zurückkehren will und einer französischen Mutter, die versucht die Familie zusammenzuhalten.
Layla wächst auf mit Geschichten, Träumereien und Ideen, wie sich ein Leben weiter entwickeln kann und mit einer klaren Vorstellung, wie glamourös das Leben auch zu sein hat. Der Vater ist charmant und träumt sich immer in eine bessere Welt, ohne vermeintlich viel dafür zu tun, dass die Pläne auch umgesetzt werden. Der zweite Golfkrieg bringt einen Bruch in Laylas Familie und vor allem in die Lebensrealität ihres Vaters. Die Mutter muss anschließend die Führung übernehmen und das sonst so schillernde und traufhafte Leben der Familie ist von nun an gespickt mit Zweifeln und Konflikten.

Insbesondere durch die doch sehr tiefgreifende Thematik rund um den zweiten Golfkrieg, Krieg generell und auch, was es für Familien bedeutet, die sich eine Rückkehr in die Heimat gewünscht hätten und nun Verzweiflung verspüren, bietet die Geschichte viel Potenzial und Raum für Empathie und zum Gedanken anregen. Leider muss ich sagen, dass das Potenzial nicht gänzlich ausgereizt wurde, für meinen Geschmack. Ich brauche keine historisch vollständige Einordnung eines Krieges und doch fehlten mir an einigen Stellen leider etwas das Vorwissen, um komplett ins Buch eintauchen zu können. Auch wurde es zum Ende hin etwas knapp und schnell.