Überraschend fesselnd und aktuell

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tänja_radi Avatar

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Safia Al Bagadi erzählt hier eine von ihrem eigenen Leben inspirierte Geschichte über eine Kindheit in den 80er und 90er Jahren. Das Besondere an der Geschichte ist die Multinationalität der Familie, die im Saarland lebt, mit einer französischen Mutter und einem Irakischen Vater.

Die Protagonistin und Erzählerin Layla ist im Großteil des Romans im Grundschulalter, weshalb die Erzählung vieles aus kindlicher Perspektive betrachtet. Diese Sicht hat mich häufig zum Lachen gebracht und bringt vieles auf den Punkt. Ich liebe es zum Beispiel, wie das pikfeine Dinner bei der Großmutter mit dem Teekränzchen beim verrückten Hutmacher verglichen wird. Dadurch erhält die Geschichte viel Leichtigkeit. Durch Laylas reflektierte Retrospektive als Erwachsene erhält der Roman zusätzlich Tiefe.

Es gibt einige interessante Fakten zum Ersten Golfkrieg. Für mich kamen diese überraschend, aber absolut positiv überraschend. Gerade in der heutigen Zeit, in der es wieder Krieg in der Region gibt, fand ich die Informationen nicht nur hochinteressant, sondern auch wichtig und bedrückend. Die Ziele der Machthaber scheinen sich in den letzten 30 Jahren nicht verändert zu haben. Weder im Irak/Iran, noch bei den westlichen Staaten.

Hier kam für mich mal wieder das richtige Buch zur richtigen Zeit. Ich kann nur eine Leseempfehlung aussprechen.