Und vielleicht badet Saddam Hussein im Whirlpool seines Palastes in Pepsi
Layla Beni Sayed sitzt in ihrer Wohnung über den Dächern von Paris und denkt über Selbstmord nach. Ihre Karriere als Schauspielerin und Schriftstellerin steckt in einer Sackgasse und die Geschichten, die sie erzählen möchte, lässt ihr Verlag sie aufgrund ihres arabischen Namens höchstens unter Pseudonym veröffentlichen. Schreibend und in Gesprächen mit ihrer Therapeutin blickt Layla zurück auf ihre Kindheit in Saarbrücken als Tochter eines irakischen Vaters und einer französischen Mutter.
Für die kleine Layla ist ihr Babe ein Held, der Abenteurer, der ferne Länder bereist, zu Hause mit den Kindern auf dem Teppich herumtollt und ihnen baldige Umzüge nach Bagdad oder New York verspricht, wohingegen Maman immer eher wie die distanzierte Spielverderberin wirkt, die vor allem auf ihr Aussehen bedacht ist. Immer wieder prallen Welten aufeinander: Bei konfliktreichen mehrgängigen Familienessen in der Villa der Großeltern im Elsass oder wenn Maman während der einzigen Reise der Familie in den Irak ihre perfekte Frisur unter einem Kopftuch verstecken und in der Moschee beten muss.
Safia Al Bagdadi gelingt es unglaublich gut, die Geschehnisse aus der Kinderperspektive zu erzählen. Wir erfahren, welche Ängste, Hoffnungen und bunte Fantasien im Kopf der kleinen Layla aufgrund des Verhaltens und der Äußerungen der Erwachsenen entstehen und wie sich die Spannungen der Großen auf die Kleinen auswirken. In den Passagen aus der Gegenwart betrachtet die erwachsene Layla ihre Vergangenheit noch einmal aus einer anderen Perspektive und beginnt, ihren Vater und auch sich selbst besser zu verstehen.
Da ich den Irak eigentlich nur als eine Art Schreckensort aus den Nachrichten kenne, war für mich der zweite Teil des Romans, in dem die Familie dorthin reist, besonders interessant. Durch Kinderaugen blicken wir beim Lesen auf gesellige Familienzusammenkünfte, Soldaten am Straßenrand, heruntergekommene Hotels, prachtvolle Moscheen, Soldaten, das allgegenwärtige Bild Saddam Husseins und die faszinierendsten Waren auf dem Souk.
Kurz nachdem die Familie nach Saarbrücken zurückkehrt, bricht der Golfkrieg aus und alles ändert sich. Die Autorin findet über den gesamten Roman hinweg eine perfekte Mischung aus Komik und Tragik. In manchen Passagen muss man lachen, während einem gleichzeitig ein bisschen das Herz bricht. Insbesondere Laylas kindliche Fantasien bringen Leichtigkeit und Humor in die Erzählung, gleichzeitig wird man sich selbst des Gewichts einiger Geschehnisse bewusst, die das Kind Layla so noch nicht fassen kann.
In allen Rückblicken auf Laylas Kindheit schwingen stets Andeutungen auf eine Katastrophe mit. Dadurch entsteht eine Spannung, die am Ende aus meiner Sicht leider etwas verpufft. Durch die Vorausdeutungen hatte ich einen großen Knall erwartet, der letztendlich ausbleibt. Das Ende kommt zu plötzlich, mir haben ein paar Jahre Familienleben und ein entscheidender Höhepunkt gefehlt und ich habe mich gefragt, ob Layla nicht eine ebenso fantastische Geschichtenerzählerin wie ihr Babe ist.
“Unser Haus mit Rutsche” ist eine tragikomische Geschichte über Familie und Herkunft - sowohl in Bezug auf Kultur als auch auf Klasse - die sowohl aus der Perspektive des Kindes als auch der der späteren Erwachsenen erzählt wird.
Für die kleine Layla ist ihr Babe ein Held, der Abenteurer, der ferne Länder bereist, zu Hause mit den Kindern auf dem Teppich herumtollt und ihnen baldige Umzüge nach Bagdad oder New York verspricht, wohingegen Maman immer eher wie die distanzierte Spielverderberin wirkt, die vor allem auf ihr Aussehen bedacht ist. Immer wieder prallen Welten aufeinander: Bei konfliktreichen mehrgängigen Familienessen in der Villa der Großeltern im Elsass oder wenn Maman während der einzigen Reise der Familie in den Irak ihre perfekte Frisur unter einem Kopftuch verstecken und in der Moschee beten muss.
Safia Al Bagdadi gelingt es unglaublich gut, die Geschehnisse aus der Kinderperspektive zu erzählen. Wir erfahren, welche Ängste, Hoffnungen und bunte Fantasien im Kopf der kleinen Layla aufgrund des Verhaltens und der Äußerungen der Erwachsenen entstehen und wie sich die Spannungen der Großen auf die Kleinen auswirken. In den Passagen aus der Gegenwart betrachtet die erwachsene Layla ihre Vergangenheit noch einmal aus einer anderen Perspektive und beginnt, ihren Vater und auch sich selbst besser zu verstehen.
Da ich den Irak eigentlich nur als eine Art Schreckensort aus den Nachrichten kenne, war für mich der zweite Teil des Romans, in dem die Familie dorthin reist, besonders interessant. Durch Kinderaugen blicken wir beim Lesen auf gesellige Familienzusammenkünfte, Soldaten am Straßenrand, heruntergekommene Hotels, prachtvolle Moscheen, Soldaten, das allgegenwärtige Bild Saddam Husseins und die faszinierendsten Waren auf dem Souk.
Kurz nachdem die Familie nach Saarbrücken zurückkehrt, bricht der Golfkrieg aus und alles ändert sich. Die Autorin findet über den gesamten Roman hinweg eine perfekte Mischung aus Komik und Tragik. In manchen Passagen muss man lachen, während einem gleichzeitig ein bisschen das Herz bricht. Insbesondere Laylas kindliche Fantasien bringen Leichtigkeit und Humor in die Erzählung, gleichzeitig wird man sich selbst des Gewichts einiger Geschehnisse bewusst, die das Kind Layla so noch nicht fassen kann.
In allen Rückblicken auf Laylas Kindheit schwingen stets Andeutungen auf eine Katastrophe mit. Dadurch entsteht eine Spannung, die am Ende aus meiner Sicht leider etwas verpufft. Durch die Vorausdeutungen hatte ich einen großen Knall erwartet, der letztendlich ausbleibt. Das Ende kommt zu plötzlich, mir haben ein paar Jahre Familienleben und ein entscheidender Höhepunkt gefehlt und ich habe mich gefragt, ob Layla nicht eine ebenso fantastische Geschichtenerzählerin wie ihr Babe ist.
“Unser Haus mit Rutsche” ist eine tragikomische Geschichte über Familie und Herkunft - sowohl in Bezug auf Kultur als auch auf Klasse - die sowohl aus der Perspektive des Kindes als auch der der späteren Erwachsenen erzählt wird.