voller Wärme

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Dieses semi-autobiographische Buch von Safia al Bagdadi überzeugt mit einem überraschend erfrischendem Schreibstil und einer abgebildeten Familie, die alle eine gewisse Wärme in ihrer Skurrilität ausstrahlen. Das Familienleben wird aus der Perspektive der 10-jährigen Layla erzählt, die einen kleinen Bruder (liebevoll "Seestern" genannt), eine französische Mama und einen irakischen Papa hat. Die Szenen springen von den bürgerlichen Großeltern im Elsass zu den lauten Verwandten im Irak zu dem eigentlichen Wohnort der Familie in Saarbrücken. Aus Kinderaugen wird der Konflikt zwischen Kulturen, Generationen und Religionen sichtbar gemacht. Die Dialoge sind schnell und klug, dabei gesellschaftspolitisch relevant. Dabei schafft es die Autorin, die Gleichzeitigkeit von Gesprächen in der Familie und den Alltagstätigkeiten perfekt abzubilden. Langweilig wird einem beim Lesen sicherlich nie, allerdings bleiben einige Fragen offen und auch die Zeitsprünge in den ersten Kapiteln waren teils verwirrend. Die Beschreibung der Irak Reise war mein klares Highlight des Buches. Von mir gibt es eine klare Empfehlung an alle, die sich mit Familiengeschichten und verschiedenen Kulturen aus Kinderaugen beschäftigen wollen.