Vom Aufwachsen im Dazwischen
Was mich zuerst ansprach war das Cover - sommerlich, sonnig, in Gelb und Türkis, verwegen versetzt und auf den zweiten Blick vor allem: ohne Rutsche. So also ging es los mit "Unser Haus mit Rutsche", mit Layla und ihrer Geschichte, oder besser gesagt, ihren Geschichten und denen ihrer Familie. Layla erzählt von ihrem Leben, dem Aufwachsen in Saarbrücken, der großen Familie, erzählt von ihrem Babe, ihrem irakischen Vater, und ihrer Maman, ihrer französischen Mutter. Sie ertappt sich dabei, sich plötzlich selber zu arabisch zu finden, obwohl sie doch in Paris lebt, von einer Karriere als Schauspielerin (fast wäre sie mit Jennifer Aniston vor der Kamera gestanden, aber wie so oft dann doch nicht) träumt und zwischen Männern, die sie begehren pendelt. Und sich nicht entscheidet. Schön zu lesen, stark, kräftig und auf gewisse Weise mitreissend, erkennt man sich hin und wieder in Safia Al Bagdadis Roman.