Welches Haus mit Rutsche?

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
benitalau Avatar

Von

Genauso wie Layla bin ich drauf reingefallen. Es ging nie um sie. Sie war schlicht und ergreifend die Erzählerin, die die Geschichte ihrer Eltern, genauer gesagt ihres Vaters erzählte.

Der Roman (und der Klappentext) geben einem zu Beginn das Gefühl, man würde in das Leben einer Frau, Layla, schauen, die ihr Leben langsam ordnet und immer mehr ihre eigene Geschichte und Freiheit erfindet. Die Schriftstellerin, die Schauspielern, die noch ihren Durchbruch erleben wird. Dazu zu Anfang ein paar Rückblicke in die Vergangenheit - zum Aufräumen, zum Verstehen ihrer Situation.
Vergeblich habe ich die letzten beiden Drittel auf diesen Durchbruch gehofft.
Es scheint, als lebe Layla in der Vergangenheit. Sie verarbeitet den Tod ihres Opas, die Weihnachten bei der Großmutter, die Reise in den Irak und den Fall ihres geliebten Babes.

Nach dem Lesen des Romans, war ich zunächst enttäuscht. Ich hatte mir einen fröhlicheren Roman vorgestellt. Ich dachte dieser Roman sei eine verpasste Chance. Ich habe auf das Haus mit Rutsche gewartet.

Und genau das müsste doch ein Zeichen dafür sein, dass dieser Roman wirklich gelungen ist. Die kindlichen und naiven Hoffnungen, bis zum Schluss festzuhalten und sogar als Leser mitzufiebern, obwohl doch die Zeichen so eindeutig gegen das Happy End sprechen. Nicht nur die Geschichte einer Person, die für sich die Welt erobert sind der Mittelpunkt. Sondern eine Familie. Viele Schicksale, die durch Weltpolitik und vermasselte Chancen gelenkt wurden.
Ein Detail welches für mich diesen Roman auch einzigartig erscheinen lässt, ist die Rückbesinnung des Vaters zum Islam. Wo sich von ihm selbst so abfällig und offensichtlich widersprüchlich gegen den Glauben und den Islam geäußert wurden, bekehrt er sich zu demselben Glauben zurück. Die Erfüllung des Widerspruchs in sich?

Und trotzdem hat mir teilweise der Schreibstil der Autorin nicht ganz gefallen. Die teilweisen kurzen aneinandergereihten Sätze und die vielen Gedanken zwischen den Unterhaltungen, haben für mich den Lesefluss unterbrochen. Im ersten Drittel des Buches war die Stimmung sehr erdrückend, obwohl die Familie sich doch auf dem Höhepunkt ihrer Zeit befand. Es fiel mir teilweise schwer, weiterzulesen.