Zwischen den Stühlen

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cynthiam Avatar

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Die Kindheit der Protagonistin, geprägt von den gegensätzlichen Familien der Eltern, einem eher unsteten Lebensstil und brodelnden Konflikten innerhalb der Familiendynamik, mutet insgesamt sehr exzentrisch und auch irgendwie anstrengend an.

Zwischen Irak, Frankreich und Saarbrücken ist der Lebensstil der Familie durchaus extravagant, bleibt aber größtenteils eher vage. Es blitzt immer wieder ein Scheitern, eine Unzufriedenheit und ein Auseinaderdriften durch, wenig davon wird aber vertiefend auf den Punkt gebracht, was vielleicht an der kindlichen Protagonistin und Erzählerin lag.

Ich mochte den Erzählstil selbst super gern- diese episodenhaften Einblicke in das, was für mein Empfinden ein absolut unübliches Familienleben darstellt- voller Konflikt, Tragik und Kleinlichkeiten.
Die Handlung selbst ist nicht unbedingt catchy im herkömmlichen Sinne und die Figuren waren mir ziemlich egal. Es ist eher diese Art voyeuristisches Nicht-Wegsehen-Können. Aber der Vibe an sich- der hatte was.

Ich weiß nicht woran es lag, aber vor allem auch die erwachsene Protagonistin hat so ne Aura und Attitude, die unter die Haut geht und mich die Geschichte über wirklich gepackt hat. Beim Ende bin ich ein bisschen unschlüssig, das ist mir zu abstrakt, zu künstlerisch.