Zwischen Welten
„Unser Haus mit Rutsche“ begleitet Layla, die versucht, sich selbst zu verorten – zwischen Saarbrücken, Paris, Irak und Frankreich, als Tochter eines charmanten Träumers und einer eleganten, oft distanzierten Mutter. Die Kindheit steckt voller Verheißungen: New York? Ein Haus mit Rutsche am Tigris? Ein anderes, schillerndes Leben. Stattdessen bleiben enge Wohnungen, Besuche im örtlichen Schwimmbad und Familienfeiern, bei denen feine Spitzen über Herkunft, Geld und „richtige“ Lebensentwürfe fallen. Der Roman zeigt auch, wie tief Sätze über Aussehen, Sprache oder „das richtige Land“ sitzen können. Und wie politische Ereignisse – der Golfkrieg – eine ohnehin brüchige Familie vollends aus dem Gleichgewicht bringen. Laylas Blick ist zugleich humorvoll, melancholisch und schonungslos; viele Szenen aus der Kindheit wirken lange nach, während die Passagen aus dem Erwachsenenleben für mich gelegentlich etwas zu kurz und sprunghaft bleiben. Insgesamt ein warmes, bewegendes Buch über das Aufwachsen im Dazwischen, das wichtige Fragen nach Zugehörigkeit stellt, auch wenn ich mir an manchen Stellen mehr erzählerische Tiefe gewünscht hätte.