Düsteres Echo aus den Sümpfen

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cateriña Avatar

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In diesem atmosphärisch dichten Roman kehrt die Journalistin Loyal in ihre Heimat im Süden Louisianas zurück – ein Ort, den sie vor Jahren unter schwierigen Umständen verlassen hat. Der Anlass ist der besorgniserregende Gesundheitszustand ihrer Mutter. Doch kurz nach ihrer Rückkehr wird ihre frühere beste Freundin Cutter tot aufgefunden. Die Polizei geht von Selbstmord aus, doch Loyal zweifelt an dieser Theorie und beginnt, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen.

Die Geschichte entfaltet sich in einer abgelegenen, heruntergekommenen Kleinstadt inmitten der drückenden Hitze und den trügerischen Sümpfen Louisianas – einer Umgebung, die nicht nur von gefährlichen Tieren, sondern auch von kaputten Existenzen, dunklen Geheimnissen und korrupten Strukturen geprägt ist. Die Autorin schafft es meisterhaft, die beklemmende Stimmung und die Bedrohung, die in der Luft liegt, spürbar zu machen. Man hört förmlich das Zirpen der Insekten, spürt die feuchte Hitze auf der Haut und sieht das trübe Wasser, unter dessen Oberfläche so einiges verborgen liegt.

Loyals Nachforschungen bringen immer mehr düstere Details ans Licht – über Cutters Leben, die Vergangenheit der beiden Freundinnen und über das fragwürdige Gefüge der Gemeinde. Rückblenden vertiefen das Verständnis für die komplexen Beziehungen und Traumata, die bis in die Gegenwart nachwirken.

Der Schreibstil ist eindringlich, bildhaft und fesselnd – streckenweise fordernd, aber stets wirkungsvoll. Die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten, wobei die Geschichte zunehmend an Intensität und Dunkelheit gewinnt.

Ein Roman, der weniger durch rasante Handlung als vielmehr durch seine dichte Atmosphäre, psychologische Tiefe und bedrückende Authentizität überzeugt – und dabei lange nachhallt.