Ein wichtiges Buch über Scham

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Mit „Unshame“ widmet sich Luisa Dellert einem Thema, das viele Menschen kennen, aber selten offen ansprechen: Scham. Dabei geht es nicht nur um offensichtliche Peinlichkeiten, sondern auch um die Scham, die entsteht, wenn man das Gefühl hat, nicht den gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen – etwa in Bezug auf Körper, Aussehen, Leistung oder das eigene Leben.

Dellert schreibt persönlich, direkt und nahbar. Sie verbindet eigene Erfahrungen mit gesellschaftlichen Beobachtungen und regt dazu an, die eigenen Vorstellungen von „richtig“ und „falsch“ kritisch zu hinterfragen. Besonders gelungen ist, dass sie nicht versucht, Scham einfach wegzureden. Stattdessen zeigt sie, wie stark dieses Gefühl unser Verhalten beeinflussen kann und wie befreiend es sein kann, sich davon zu lösen.

Das Buch wirkt an vielen Stellen ermutigend und motivierend. Gleichzeitig hätte ich mir gelegentlich etwas mehr Tiefe gewünscht, da manche Gedanken recht schnell angesprochen und anschließend wieder verlassen werden. Dennoch ist gerade die leicht zugängliche Sprache eine Stärke des Buches: „Unshame“ liest sich unkompliziert und lädt dazu ein, über sich selbst und den Umgang mit anderen nachzudenken.

Insgesamt ist „Unshame“ ein persönliches und gesellschaftlich relevantes Buch, das dazu ermutigt, weniger zu urteilen – über sich selbst und über andere. Wer sich mit Selbstakzeptanz, gesellschaftlichen Erwartungen und dem Thema Scham auseinandersetzen möchte, findet hier viele Denkanstöße.