Pflichtlektüre für Jeden

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grumpybookdragon Avatar

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Kurz vorab: Unshame von Louisa Dellert ist für mich bisher das Buch, das mich 2026 am meisten berührt hat.

Doch eins nach dem anderen. Cover und Gestaltung des Buchs sind unaufgeregt, harmonisch in Pastellfarben und durch das phänomenale Foto eines "nicht perfekten" Körpers Hingucker zugleich. Die gefürchteten Speckröllchen machen deutlich: es geht ans Eingemachte.

Und besonders der Einstieg und das Ende von Louisas Buch, die eine Verbindung zu ihrem jüngeren Ich aufbaut, was den Leser unweigerlich in die eigene Kindheit und auf damalige, körperbezogene Erlebnisse zurückblicken lässt, haben mich zugegebenermaßen zu Tränen gerührt.

In jedem folgenden Kapitel widmet sich die Autorin einem der vielen Teilaspekte, die das Gesamtbild der Scham des eigenen Körpers ausmachen. Es werden Hintergründe, eine Geschichte vermeintlicher Schönheit, Pretty Privilege und vieles mehr beleuchtet, in Frage gestellt und mit Referenzen von Studien, weiteren Artikeln und persönlichen Anekdoten bereichert. Am Ende eines jeden Kapitels hat man selbst die Möglichkeit, verinnerlichte Denkweisen aktiv zu hinterfragen.

Dabei fühlt es sich durch den persönlichen Schreibstil und die intimen persönlichen Einblicke der Autorin eher so an, als würde ich mich mit einer guten Freundin oder großen Schwester unterhalten.

Letztlich hat mich, wie vllt viele andere auch, die eigene Unsicherheit zu Unshame greifen lassen. Ein großes Danke an Louisa Dellert. Meine Unsicherheiten hinsichtlich meines Körpers sind zwar nicht verschwunden und das werden sie wohl nie ganz, was ok ist. Aber das ist auch nicht Sinn und Zweck dieses Buchs, denn ich blicke nun freundlicher auf mich selbst und andere, verstehe Hintergründe des Bodyshamings besser und möchte in der Zukunft nicht mehr mein schönstes, sondern mein gesündestes Ich sein.

Eine große Leseempfehlung an jeden, der sich jemals unwohl in seinem eigenen Körper gefühlt hat.