Warum Frauen bei Schönheitsidealen nie gewinnen können – und wie wir uns befreien
Da ich Louisa Dellert schon sehr lange auf Instagram folge, war mir ihr Format Unshame bereits ein Begriff. Dort zeigt sie regelmäßig auf, wie der Wert von Frauen systematisch an Schönheitsidealen bemessen, abgewertet und klein gehalten wird – verursacht durch tief verankerte gesellschaftliche und patriarchale Muster. Entsprechend hoch war der Wiedererkennungswert beim Cover: Wer Louisa aus den sozialen Medien kennt, sieht sofort die vertraute Handschrift.
Auch beim Lesen setzt sich dieser Eindruck fort: Wer sie von Instagram kennt, hört Louisa in jedem einzelnen Wort. Der Schreibstil ist nahbar und persönlich, da sie viele eigene Erfahrungen teilt, gleichzeitig aber gut verständlich und mit zahlreichen Quellen und Studien fundiert unterfüttert.
Da die Autorin nur zwei Jahre älter ist als ich, konnte ich mich in vielen ihrer Beschreibungen extrem gut wiederfinden. Die Erlebnisse aus den 90er- und 2000er-Jahren habe ich in sehr ähnlicher Form durchlebt. Auch wenn nicht jede Anekdote eins zu eins übereinstimmt, sind die Muster und Parallelen klar herausgearbeitet. Man kann durchaus sagen, dass Louisa hier stellvertretend die kollektiven Erfahrungen einer ganzen Generation beschreibt.
Das Gefühl, dass sich in der Vergangenheit manche Kommentare oder Situationen unfair und falsch angefühlt haben, begleitete mich schon lange. Allerdings fehlte mir der Blick es zu erkennen und die Worte es zu benennen. Das Buch hat mir hier echte Aha-Momente beschert: Ich konnte Vergangenes besser einordnen und manche alten Schmerzen aus der Jugendzeit noch einmal durchfühlen – aber diesmal mit einem tieferen Verständnis dafür.
Thematisch deckt das Buch vieles ab: Pretty Privilege, Schönheits-OPs, Diätkultur, Bodyshaming, Body Positivity, Beauty-Trends...
Louisa macht deutlich, wie die uns antrainierte „weibliche Scham“ uns klein hält und wie Frauen oft gegeneinander ausgespielt werden, sodass man in diesem System scheinbar nie gewinnen kann. Besonders sympathisch: Die Autorin stellt sich nicht als unfehlbar dar. Sie räumt ehrlich ein, dass verinnerlichte Misogynie tief sitzt und auch sie – trotz jahrelanger Arbeit an der eigenen Selbstakzeptanz – immer wieder ins Straucheln gerät.
Unshame fomuliert nicht alles zu Ende und könnte an vielen Stellen sicher noch tiefer in die Materie eindringen. Mich stört das aber nicht. Denn es liefert wertvolle Denkanstöße, sowie Reflexionsfragen am Ende jedes Kapitels. Wer sich tiefergehend mit den vorgestellten Thematiken beschäftigen will, findet zahlreiche Empfehlungen für weitere Autorinnen und Influencerinnen, denen man unbedingt folgen sollte.
Mein Fazit: Ein ehrliches, wichtiges Buch, das Augen öffnet, verjährtem Frust eine Sprache verleiht und ein toller Begleiter auf der eigenen Unshame-Reise zu mehr Selbstakzeptanz ist.
Auch beim Lesen setzt sich dieser Eindruck fort: Wer sie von Instagram kennt, hört Louisa in jedem einzelnen Wort. Der Schreibstil ist nahbar und persönlich, da sie viele eigene Erfahrungen teilt, gleichzeitig aber gut verständlich und mit zahlreichen Quellen und Studien fundiert unterfüttert.
Da die Autorin nur zwei Jahre älter ist als ich, konnte ich mich in vielen ihrer Beschreibungen extrem gut wiederfinden. Die Erlebnisse aus den 90er- und 2000er-Jahren habe ich in sehr ähnlicher Form durchlebt. Auch wenn nicht jede Anekdote eins zu eins übereinstimmt, sind die Muster und Parallelen klar herausgearbeitet. Man kann durchaus sagen, dass Louisa hier stellvertretend die kollektiven Erfahrungen einer ganzen Generation beschreibt.
Das Gefühl, dass sich in der Vergangenheit manche Kommentare oder Situationen unfair und falsch angefühlt haben, begleitete mich schon lange. Allerdings fehlte mir der Blick es zu erkennen und die Worte es zu benennen. Das Buch hat mir hier echte Aha-Momente beschert: Ich konnte Vergangenes besser einordnen und manche alten Schmerzen aus der Jugendzeit noch einmal durchfühlen – aber diesmal mit einem tieferen Verständnis dafür.
Thematisch deckt das Buch vieles ab: Pretty Privilege, Schönheits-OPs, Diätkultur, Bodyshaming, Body Positivity, Beauty-Trends...
Louisa macht deutlich, wie die uns antrainierte „weibliche Scham“ uns klein hält und wie Frauen oft gegeneinander ausgespielt werden, sodass man in diesem System scheinbar nie gewinnen kann. Besonders sympathisch: Die Autorin stellt sich nicht als unfehlbar dar. Sie räumt ehrlich ein, dass verinnerlichte Misogynie tief sitzt und auch sie – trotz jahrelanger Arbeit an der eigenen Selbstakzeptanz – immer wieder ins Straucheln gerät.
Unshame fomuliert nicht alles zu Ende und könnte an vielen Stellen sicher noch tiefer in die Materie eindringen. Mich stört das aber nicht. Denn es liefert wertvolle Denkanstöße, sowie Reflexionsfragen am Ende jedes Kapitels. Wer sich tiefergehend mit den vorgestellten Thematiken beschäftigen will, findet zahlreiche Empfehlungen für weitere Autorinnen und Influencerinnen, denen man unbedingt folgen sollte.
Mein Fazit: Ein ehrliches, wichtiges Buch, das Augen öffnet, verjährtem Frust eine Sprache verleiht und ein toller Begleiter auf der eigenen Unshame-Reise zu mehr Selbstakzeptanz ist.