wie wahr!

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dagmarwi Avatar

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„Unshame“ von Louisa Dellert wirkte im ersten Moment – als ich das Cover sah – auf mich wie ein Erotikroman, was natürlich nicht stimmt. Im Gegenteil: Es handelt sich hier um ein Sachbuch, das Lousia aus Ihrer eigenen Erfahrung heraus sehr offen und ehrlich geschrieben hat. In vielen Zeilen finde ich mich wieder – sei es als Kind, als Jugendliche oder als junge Frau. Da ich seit meiner Kindheit mit zu viel Gewicht kämpfe, weiß ich gut, was es heißt, nach dem Aussehen beurteilt zu werden.
Es stimmt, wenn sie schreibt, die Barbiepuppe war das erste Vorbild. Ja – lange blonde Haare, tolle Figur – wer wollte nicht so aussehen. Heutzutage durch den Einfluss von Instagramm & Co. ist alles noch viel schlimmer. Jeder will jung, schlank, hübsch sein. Mit KI kann man vieles verändern, die einen oder anderen Pfunde verschwinden lassen, die Frisur verbessern oder auch die Haut, usw.; man darf diesen ganzen Bildern eigentlich gar nicht mehr trauen. Louisa beschreibt sehr gut, wie sie da in etwas schleichend hineingerutscht ist, aus dem sie nicht so leicht herauskam und das Ganze mit schweren gesundheitlichen Problemen endete.
Der Blick auf andere Menschen bezieht sich – so wie sie auch schreibt – in der Regel auf das Äußere, dann erst auf den Charakter. Beim Lesen dieses Buches kommt man automatisch ins Grübeln und fragt sich, ob man nicht selbst auch auf schöne, schlanke Menschen ganz anderes reagiert als auch etwas stärkere Personen, die eventuell nicht so gut aussehen. Louisa hält uns mit ihrem Buch auch den Spiegel vor und ich glaube jeder von uns – wenn er ehrlich ist – hat das schon erlebt.
Das Buch liest sich sehr flüssig und war kein bisschen langweilig – es hat schon etwas die Augen geöffnet und man sollte wirklich das Handy öfter weglegen und sich nicht so sehr von dem ganzen Wahnsinn beeinflussen lassen.