Die Frauen hinter den vermeintlichen Genies sichtbar machen

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annaquasdorf Avatar

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Allein das Thema von „Unsichtbare Musen“ finde ich als Feministin unglaublich spannend und wichtig. Wie viele Frauen haben Kunst, Literatur und Kultur entscheidend mitgeprägt und tauchen trotzdem bis heute hauptsächlich als „Muse von …“ in der Geschichte auf? Genau diese Perspektive hat mich schon beim Klappentext neugierig gemacht. Die ersten Seiten haben dieses Interesse noch verstärkt, weil Elisa von Hof sehr schnell deutlich macht, wie tief das Bild vom männlichen Genie und der Frau im Hintergrund in unserer Kultur verankert ist. Besonders spannend finde ich dabei, dass sie nicht einfach einzelne Frauen porträtiert, sondern auch die Strukturen und Machtverhältnisse hinter diesem Bild untersucht. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, weil er journalistisch fundiert wirkt, gleichzeitig aber überhaupt nicht trocken ist. Die vielen pointierten und teilweise humorvollen Formulierungen machen selbst die historischen und kulturwissenschaftlichen Passagen angenehm zugänglich. Als Journalistin kenne ich Elisa von Hof außerdem bereits durch ihre Arbeit beim SPIEGEL und finde ihre journalistische Arbeit sehr beeindruckend. Umso neugieriger bin ich darauf, wie sie ihre Recherche und ihre feministische Perspektive in einem ganzen Buch zusammenführt. Besonders interessant finde ich die Frage, wie viele vermeintliche „Genies“ ohne die Arbeit, Unterstützung und teilweise sogar eigene kreative Leistung der Frauen an ihrer Seite überhaupt zu dem geworden wären, als das wir sie heute kennen. Ich glaube, dass dieses Buch meinen Blick auf einige bekannte Künstler und Werke nachhaltig verändern könnte – und genau solche Sachbücher lese ich besonders gerne.