Sehr wichtiges Thema
Es ist super, dass sich jemand diesem Thema widmet: Frauen erscheinen in der Kulturgeschichte häufig als Inspirationsquelle oder Material männlicher Künstler, nicht als eigenständige Akteurinnen. Von dieser Beobachtung aus weitet Elisa von Hof den Blick überzeugend auf den Mythos vom männlichen Genie und der weiblichen Muse. Der Ton ist zugänglich, pointiert und stellenweise bewusst provokant. Das macht die Argumentation lebendig, wirkt gelegentlich aber auch etwas stark zugespitzt. Besonders spannend finde ich den Gedanken, dass die Aufwertung des autonomen männlichen Genies und die Abwertung der Muse historisch zwei Seiten derselben Entwicklung sind.