Unsichtbar, aber unverzichtbar – die Frauen hinter den Genies

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lesedino Avatar

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Die Leseprobe von Elisa von Hofs „Unsichtbare Musen“ hat mich vor allem deshalb neugierig gemacht, da sie eine neue Perspektive eröffnet.
Besonders interessant finde ich die Frage, was hinter dem Bild des männlichen Künstlergenies steckt und welche Rolle die Frauen gespielt haben, die häufig nur als „Muse“ bezeichnet werden. Die Autorin zeigt, dass diese Frauen keineswegs nur passive Inspiration waren, sondern Künstler unterstützt, beraten, beeinflusst und teilweise sogar entscheidend an der Entstehung von Kunst mitgewirkt haben.

Gut gefallen hat mir auch, dass die Autorin historische Beispiele mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen verbindet. Der Einstieg mit Augusta Britt und Cormac McCarthy ist besonders eindrücklich, weil hier deutlich wird, wie aus einer realen Frau eine Figur in der Geschichte eines berühmten Künstlers werden kann, während ihre eigene Perspektive lange unsichtbar bleibt.

Sprachlich wirkt die Leseprobe lebendig, direkt und teilweise bewusst provokant. Durch humorvolle Bemerkungen und persönliche Einschätzungen liest sie sich nicht wie eine trockene wissenschaftliche Abhandlung. Gleichzeitig regt sie dazu an, die eigene Vorstellung vom „Genie“ und von der „Muse“ zu hinterfragen. Besonders spannend finde ich deshalb den Gedanken, dass die Abwertung der Muse eng mit der Aufwertung des männlichen Künstlergenies verbunden ist.

Insgesamt macht die Leseprobe Lust darauf, die Geschichten hinter bekannten Künstlern und ihren Werken genauer kennenzulernen – und vor allem auf die Frauen zu schauen, die dabei bisher häufig nur am Rand erwähnt wurden.