Unsichtbare Frauen
„Unsichtbare Musen“ von Elisa von Hof hat mich vor allem deshalb beschäftigt, weil es den Blick auf Kunst, Literatur und Kultur ein Stück weit verändert. Normalerweise kennen wir die großen Namen: Goethe, Tolstoi, Dalí, Nabokov, Mozart und viele andere. Aber wer waren eigentlich die Menschen, die hinter diesen Persönlichkeiten standen? Genau hier setzt Elisa von Hof an und rückt die Frauen ins Zentrum, die oft nur als „Muse“ bezeichnet wurden – obwohl ihre Rolle meistens sehr viel größer war.
Besonders interessant fand ich, dass das Buch mit dem klassischen Bild der Muse aufräumt. Eine Muse ist eben nicht einfach nur die schöne Frau, die einen Künstler inspiriert. Die porträtierten Frauen waren Partnerinnen, Managerinnen, Kritikerinnen, Unterstützerinnen, Organisatorinnen und teilweise selbst Künstlerinnen. Sie haben den Alltag im Hintergrund am Laufen gehalten, kreative Prozesse begleitet und dabei nicht selten ihre eigenen Wünsche und Karrieren zurückgestellt. Und trotzdem sind ihre Namen bis heute deutlich weniger bekannt als die der Männer, deren Leben und Werk sie mitgeprägt haben.