Wer steht eigentlich hinter dem Genie? – Könnte der Titel auch heißen
Schon die ersten Seiten von Unsichtbare Musen haben mich gepackt – nicht zuletzt, weil Elisa von Hof mit einer Vorstellung aufräumt, die uns in der Kunst- und Kulturgeschichte erstaunlich selbstverständlich begegnet: dem männlichen Genie und der weiblichen Muse.
Besonders eindrücklich ist der Einstieg mit Augusta Britt. Als Jugendliche lernt sie Cormac McCarthy kennen, begleitet ihn später nach Mexiko und erkennt sich schließlich in seinen Romanfiguren wieder. Was aus seiner Perspektive vielleicht als Inspiration verstanden werden kann, empfindet sie rückblickend als Ausbeutung. Aus der Muse wird schließlich die Erzählerin ihrer eigenen Geschichte – und damit vom Objekt der Kunst zum Subjekt ihrer Geschichte.
Genau hier setzt für mich die diskriminierungskritische Stärke der Leseprobe an: Sie hinterfragt nicht nur, wer Kunst geschaffen hat, sondern auch, wer überhaupt als schöpferisch und bedeutend wahrgenommen wird. Während dem männlichen Künstler Genie, Autonomie und Kreativität zugeschrieben werden, erscheint die Frau als Muse häufig als passive, schöne und inspirierende Figur. Die Leseprobe zeigt eindrücklich, dass diese Rollen nicht unabhängig voneinander entstanden sind: Je stärker das männliche Genie aufgewertet wurde, desto mehr wurde die Muse zum Objekt.
Dabei wird auch der Sexismus dieser Erzählung sichtbar. Frauen werden nicht einfach nur „übersehen“. Ihnen wird eine bestimmte Rolle zugewiesen: Sie sollen inspirieren, bewundern, unterstützen oder als Projektionsfläche dienen – während die eigentliche kreative Leistung dem Mann zugeschrieben wird.
Von Hof nimmt das System hinter dem Mythos des Genies in den Blick und fragt, warum wir Frauen noch immer so häufig die passive Nebenrolle zuweisen und was es bedeutet, zur Muse gemacht zu werden. Von Hof schreibt pointiert, zugänglich und mit Humor. Gerade diese Mischung macht Lust darauf, die vermeintlich bekannten Geschichten der Kunstgeschichte noch einmal neu zu betrachten.
Unsichtbare Musen verspricht für mich deshalb mehr als eine Sammlung bislang übersehener Frauengeschichten. Es geht um die Macht darüber, wer als Genie gilt, wer als Muse bezeichnet wird und wessen Beitrag zur Kunstgeschichte sichtbar bleibt. Auch für mich als Person, die im Bereich der Gendergerechtigkeit arbeitet, ein spannendes Buch, welches sicherlich weitere Einblicke in mein Feld gibt.
Besonders eindrücklich ist der Einstieg mit Augusta Britt. Als Jugendliche lernt sie Cormac McCarthy kennen, begleitet ihn später nach Mexiko und erkennt sich schließlich in seinen Romanfiguren wieder. Was aus seiner Perspektive vielleicht als Inspiration verstanden werden kann, empfindet sie rückblickend als Ausbeutung. Aus der Muse wird schließlich die Erzählerin ihrer eigenen Geschichte – und damit vom Objekt der Kunst zum Subjekt ihrer Geschichte.
Genau hier setzt für mich die diskriminierungskritische Stärke der Leseprobe an: Sie hinterfragt nicht nur, wer Kunst geschaffen hat, sondern auch, wer überhaupt als schöpferisch und bedeutend wahrgenommen wird. Während dem männlichen Künstler Genie, Autonomie und Kreativität zugeschrieben werden, erscheint die Frau als Muse häufig als passive, schöne und inspirierende Figur. Die Leseprobe zeigt eindrücklich, dass diese Rollen nicht unabhängig voneinander entstanden sind: Je stärker das männliche Genie aufgewertet wurde, desto mehr wurde die Muse zum Objekt.
Dabei wird auch der Sexismus dieser Erzählung sichtbar. Frauen werden nicht einfach nur „übersehen“. Ihnen wird eine bestimmte Rolle zugewiesen: Sie sollen inspirieren, bewundern, unterstützen oder als Projektionsfläche dienen – während die eigentliche kreative Leistung dem Mann zugeschrieben wird.
Von Hof nimmt das System hinter dem Mythos des Genies in den Blick und fragt, warum wir Frauen noch immer so häufig die passive Nebenrolle zuweisen und was es bedeutet, zur Muse gemacht zu werden. Von Hof schreibt pointiert, zugänglich und mit Humor. Gerade diese Mischung macht Lust darauf, die vermeintlich bekannten Geschichten der Kunstgeschichte noch einmal neu zu betrachten.
Unsichtbare Musen verspricht für mich deshalb mehr als eine Sammlung bislang übersehener Frauengeschichten. Es geht um die Macht darüber, wer als Genie gilt, wer als Muse bezeichnet wird und wessen Beitrag zur Kunstgeschichte sichtbar bleibt. Auch für mich als Person, die im Bereich der Gendergerechtigkeit arbeitet, ein spannendes Buch, welches sicherlich weitere Einblicke in mein Feld gibt.