Anderer Erwartungshorizont
Mit viel Hochachtung für die (Recherche)Leistung, aber leider gleicht das Buch mehr einer suchmaschinenähnlichen Wiedergabe des Lebenslaufs des einzelnen Genies im Fließtext. Die Autorin nutzt sehr kurze Sätze - dankbar für die Prägnanz, stört dies teils den Lesefluss. Das Buch verfügt über wenige Überschriften; insb. Unterüberschriften vermisse ich als Leserin. Das Buch verfügt über 398 Seiten, wobei es sich ab Seite 344 „nur“ noch um Anmerkungen/Quellenangaben handelt. Leider wird für mich der Titel und damit meine Erwartung inhaltlich enttäuscht, da für mich vordergründig das Genie samt dessen Gedankenwelt spielt. Bspw. beschreibt die Autorin detailliert die gemalten Bilder und Szenen, aber eben aus Sicht des Genies – wenn diese auch interessant waren. Gerne hätte ich mehr von der inneren Gedanken- und Gefühlswelt der Muse erfahren – dort wo dies der Fall war, wo die Muse bspw. selbst eine Biografie veröffentlichte.