Aus dem Schatten ins Licht
Elisa von Hof dringt mit (Un)sichtbare Musen auf ein gewagtes Terrain vor: Sie beleuchtet die Welt der Gefährtinnen der Kreativen und zieht dabei ein weitreichendes, gut recherchiertes Resümee, beginnend bei den neun antiken Musen. So galten die Töchter des Zeus‘ nicht nur als Schutzgöttinnen der Künste, sondern standen auch für das Gedächtnis der Zivilisation, bevor sie – wie ironisch – in Vergessenheit gerieten: lange, bevor sie im Mittelalter kurzzeitig wiederentdeckt wurden, wenn auch nur, um ganz und gar verteufelt zu werden. Elisa von Hof gibt aber auch den Musen der Neuzeit eine Stimme, den in Lyrik, Malerei, Roman oder Film verewigten schönen und geistreichen Frauen, die so manchen kreativen Schöpfer zu Höherem inspirierten.
Man könnte sie als NPCs der Kunst bezeichnen, vergleicht man sie mit den Non-Player-Charakteren in einem Onlinespiel von heute, die selbiges wertvoller und authentischer machen, denen eigene Spielzüge aber verwehrt sind.
Doch was ist eine Muse eigentlich, und was tut sie? Inspiriert sie den vorrangig männlichen Künstler durch ihre reine Anwesenheit, ihre Schönheit oder ihren scharfen Geist? Wo lassen sich die Grenzen zwischen dem gern zitierten Quell der Inspiration und der gemeinsamen Urheberschaft ziehen? Die Autorin recherchiert, fasst nach und rückt die Musen von Goethe bis Picasso, Dalí bis Kanye West ins Licht der Aufmerksamkeit. Gekonnt, mit Wortwitz, leiser Traurigkeit.
Wer will ihr da den Vorwurf machen, dass ihr Fokus trotz allem stark auf den männlichen Genies liegt? Zu wenig wissen wir über die Frauen, die im wahrsten Sinne des Wortes als Muse dienten. Vieles wurde mit Mythen aus dem Reich der Spekulation aufgeladen. Denn nach wie vor steht das männliche Genie im Fokus, fristet die Frau an seiner Seite ein Schattendasein. In diesem Sinne ist von Hofs Sachbuch ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung: Die Autorin öffnet den Blick, hinterfragt und holt die Musen aus dem Nebel der Vergessenheit.
Man könnte sie als NPCs der Kunst bezeichnen, vergleicht man sie mit den Non-Player-Charakteren in einem Onlinespiel von heute, die selbiges wertvoller und authentischer machen, denen eigene Spielzüge aber verwehrt sind.
Doch was ist eine Muse eigentlich, und was tut sie? Inspiriert sie den vorrangig männlichen Künstler durch ihre reine Anwesenheit, ihre Schönheit oder ihren scharfen Geist? Wo lassen sich die Grenzen zwischen dem gern zitierten Quell der Inspiration und der gemeinsamen Urheberschaft ziehen? Die Autorin recherchiert, fasst nach und rückt die Musen von Goethe bis Picasso, Dalí bis Kanye West ins Licht der Aufmerksamkeit. Gekonnt, mit Wortwitz, leiser Traurigkeit.
Wer will ihr da den Vorwurf machen, dass ihr Fokus trotz allem stark auf den männlichen Genies liegt? Zu wenig wissen wir über die Frauen, die im wahrsten Sinne des Wortes als Muse dienten. Vieles wurde mit Mythen aus dem Reich der Spekulation aufgeladen. Denn nach wie vor steht das männliche Genie im Fokus, fristet die Frau an seiner Seite ein Schattendasein. In diesem Sinne ist von Hofs Sachbuch ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung: Die Autorin öffnet den Blick, hinterfragt und holt die Musen aus dem Nebel der Vergessenheit.