Grandioses Sachbuch!

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söphken Avatar

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Ich fand „Unsichtbare Musen“ wirklich richtig spannend. Obwohl es eigentlich ein Sachbuch ist, liest es sich an vielen Stellen fast wie ein Krimi. Immer wieder fragt man sich, welche Frau eigentlich hinter einer bekannten Geschichte, einem Kunstwerk oder einer Person steckt. Und auch für mich, als Person, die absolut gar keine Berührungspunkte zu klassischer Kunst hat, gab es so viele Aha-Momente.

Was mich besonders beschäftigt hat, ist die Frage, wie sehr uns Menschen prägen können, ohne dass wir überhaupt wissen, dass sie da waren. Gerade in Kunst und Kultur werden so viele Männer gefeiert und als Genies dargestellt, während die Frauen, die sie inspiriert, unterstützt oder überhaupt erst ermöglicht haben, oft unsichtbar bleiben. Oder sogar mundtot gemacht.

Ich fand es auch super, dass das Buch viele popkulturelle Bezüge aufgreift. Dadurch fühlt sich das Thema überhaupt nicht trocken oder elitär an. Im Gegenteil. Man merkt, wie viel Kunst und Kultur eigentlich mit unserem ganz normalen Alltag zu tun hat und wie viele Geschichten von Frauen wir kennen, ohne ihre Namen zu kennen.

Dass Frauen in der Kunstgeschichte weniger gewürdigt wurden, war mir natürlich vorher schon bewusst. Aber wie krass diese Abwertung teilweise tatsächlich ist, hat mich dann doch überrascht. Besonders diese nüchterne Art, mit der das Buch manche Dinge einfach offenlegt, fand ich ziemlich stark.

Für meine sonst eher langweilige Bahnfahrt war das Buch perfekt. Ich war so zwischen tollen Frauen gefangen, dass die Zeit wirklich wie im Nu vergangen ist.