Musen - so viel mehr als nur Inspiration

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Von Musen haben fast alle in irgendeinem Kontext bereits gehört. Doch was genau macht diese unsichtbar? Diese Frage schlüsselt Elisa von Hof gekonnt in diesem Sachbuch auf. Genie und Muse – dieser Zusammenhang ist für viele klar, gerade in der bildenden Kunst. Doch wofür wird diese vom Genie benötigt? Natürlich als Inspirationsquelle, um Kunst zu schaffen, sei es ein Film, ein Roman oder ein Bild. Doch dies deckt sich oft nicht mit der Wirklichkeit – so wie Care – Arbeit in diesem System oft übersehen wird, leisten Musen im Hintergrund so viel mehr, als benannt und anerkannt wird. In welchen Lebensbereichen Musen in der Vergangenheit und bis heute tätig sind und welche Rollen diese einnehmen, das wird ans Licht geholt und hat absolute Anerkennung verdient. Dabei geht es nicht nur um die „normale“ Hausarbeit oder Kindererziehung, sondern auch um die Regulation der Emotionen des Genies, die meist therapeutischen Charakter haben, das Bewerben und Verkaufen der Kunst bis hin zum Mitwirken und Selbst schaffen der Kunst.
Inhaltlich ist das Buch sehr relevant, denn die (unsichtbare) Arbeit dieser Frauen (und Männer, wenn auch diese deutlich seltener betroffen sind), die maßgeblich daran beteiligt war, dass besagte „Genie“ überhaupt so erfolgreich werden konnten, ist leider heute oftmals in den Hintergrund getreten oder in Vergessenheit geraten. Doch gerade diese Vorstellung des Genies, dass für seinem Erfolg alleine verantwortlich ist gilt es aufzubrechen und das dahinter stehende Netzwerk zu würdigen. Dazu leistet das Buch einen relevanten Beitrag durch eine tiefe, deaillierte und facettenreiche Recherche der Autorin, die die Musen in mühevoller Kleinarbeit zu Wort kommen lasst und sie aus dem Schatten holt.
Für all dies findet die Autorin klare Worte und beschreibt den Lebenslauf verschiedenster Musen im Schatten ihres Künstlers. Mit kleinen Einwürfen der eigenen Meinung schildert die Autorin gut verständlich, wenn auch teilweise etwas sperrig die Zusammenhänge und flicht oft eine heutige, feministische Perspektive ein. Durch eine für mich teils etwas sprunghafte Erzählweise zwischen verschiedenen Genies, langen Kapiteln und der besprochenen sperrigen, manchmal etwas langatmigen Schreibweise, bin ich leider manchmal etwas schwer durch das Buch gekommen. Hier daher ein Stern Abzug von meiner Seite.
Ein hoch relevantes, sehr informatives, feministisches Sachbuch über Kultur und verschiedenste Biographien. Jeder, der Interesse an diesen Themen hat, wird hier auf interessante Fakten, verteilt über verschiedenste Künstler und Jahrhunderte, und einen spannende Perspektivwechsel stoßen.