Über Grenzen, die leider verschwimmen

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jille Avatar

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Ich möchte gleich ein großes "Chapeau" für all die Recherche und all die Mühen, die in dieses Buch hineingeflossen sind, vorausschicken. Denn so interessant ich dieses Thema auch finde, zumindest für mich persönlich wären all die Nachforschungen ab einem bestimmten Punkt schon auch ein wenig deprimierend gewesen und da dann durchzuziehen zeugt schon von einer gewissen Willenskraft.
Aber jetzt konkret zum Buch, das mich schon von seinem Klappentext und dem, zugegebenermaßen schon etwas provokanten ersten Satz an, sehr interessiert hat. Es ist in mehrere große Abschnitte unterteilt, in denen es zumeist um verschiedene Vertreterinneren einer bestimmten "Art" von Musen geht. Und so angenehm auch die kurzen, prägnanten Sätze zuweilen sind, teilweise wirkt es dann doch etwas gekünstelt. Da hätten ein, zwei Unterüberschriften eher gut getan. Alles in allem werden die unterschiedlichen (Abhängigkeits-) Verhältnisse zwischen dem "Genie" und seiner/seinen Musen aber interessant aufgearbeitet und es gab doch auch noch ein paar Ansätze, die mir so in ihrer Gänze noch nicht bekannt waren. Was mir aber leider über das ganze Buch hinweg aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass ich nun zwar weiß wie die verschiedenen Künstler beeinflusst wurden und wo sie vielleicht auch bei ihren Musen "geklaut" haben, ich aber trotzdem noch zu wenig über die Musen an sich erfahren habe. Klar sind die Grenzen nicht (mehr) überall so klar zu erkennen, aber in einem Buch, das sich aufs Cover schreibt für mehr Sichtbarkeit zu sorgen, hab ich mir irgendwie noch etwas mehr erhofft. ( Ist vielleicht aber auch persönliches Empfinden)
Alles in allem ein interessantes Buch, das mit seinem Schreibstil und den knapp 50 Seiten Anmerkungen und Quellen seinen Sachbuchcharakter nicht wirklich verstecken kann. Es ist also eher etwas für diejenigen, die sich sachlich und kunstgeschichtlich ( so ein bisschen ähnlich zu einem wissenschaftlichen Artikel) mit dieser Thematik auseinander setzen wollen.
Ich persönlich fand es interessant zu lesen, wenn auch (wie bereits erwähnt) doch wieder etwas zu stark auf die männliche Perspektive fokussiert, ein wenig mehr von der Gedankenwelt der Musen ( es wurden ja auch von ihnen Biographien,etc. veröffentlicht) hätte mir da besser gefallen.