Eine Geschichte, die nachwirkt

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sternio Avatar

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Dieser Roman verbindet die Ereignisse rund um die Cap-Arcona-Katastrophe mit einer fiktiven Kriminalgeschichte in der Gegenwart – eine Kombination, die auf dem Papier unglaublich vielversprechend klingt. Und tatsächlich: Die historische Dimension ist es auch, die dieses Buch besonders stark macht.

Vor allem die Schilderungen aus dem Konzentrationslager Neuengamme sind erschütternd intensiv. Die Brutalität, mit der das Leid der Menschen dargestellt wird, ist schwer auszuhalten, und genau deshalb so wirkungsvoll. Man merkt beim Lesen, dass hier sorgfältig recherchiert wurde und dass die Autorin großen Wert auf historische Genauigkeit legt. Gerade im Nachwort wird noch einmal deutlich, wie viel Arbeit und Engagement in diesem Teil des Romans steckt. Diese Passagen sind eindringlich, glaubwürdig und bleiben im Gedächtnis.

Im Kontrast dazu steht jedoch der zweite Erzählstrang in der Gegenwart. Der Kriminalfall rund um das tote Mädchen konnte nicht dieselbe Spannung erzeugen und wirkte stellenweise etwas langatmig. Während die Vergangenheit emotional tief berührt, fehlt der Gegenwartshandlung ein Stück weit die Intensität und der Sog, der einen wirklich fesselt.

Insgesamt ist es ein Buch mit einer enorm wichtigen und spannenden Thematik, das vor allem durch seine historische Aufarbeitung überzeugt. Auch wenn die Gegenwartsebene nicht ganz mithalten kann, bleibt der Roman aufgrund seiner eindringlichen Darstellung der Vergangenheit und der spürbaren Rechercheleistung dennoch lesenswert.